26. September 2005 Der stärkste Taifun seit mehr als drei Jahrzehnten hat in Südchina große Schäden angerichtet und mindestens sechs Menschen in den Tod gerissen. Auf der Insel Hainan und in der boomenden Wirtschaftsregion Guangdong kam das Leben praktisch zum Stillstand, als Taifun Damrey mit Windgeschwindigkeiten bis Stärke Zwölf über die Region hinweg fegte und Kurs auf Vietnam nahm.
Viele Häuser wurden zerstört, Bäume entwurzelt, Straßen überschwemmt und Deiche beschädigt, wie amtliche Medien berichteten.
Viele Touristen stecken fest
Mehr als 200.000 Menschen waren in Südchina vor dem Wirbelsturm in Sicherheit gebracht worden. In Vietnam wurde noch versucht, 100.000 Menschen aus der Gefahrenzone zu bringen. Viele Touristen steckten in den Hotels der südchinesischen Insel Hainan fest. Die acht Millionen Einwohner zählende größte Insel der Volksrepublik ist wegen ihres tropischen Klimas ein beliebtes Reiseziel und wird das Bali Chinas genannt. Vielerorts war der Strom ausgefallen. Der Flughafen von Haikou mußte 67 Flüge streichen. 5.000 Passagiere saßen fest.
Es sei der schlimmste Taifun in Hainan seit 1974, berichtete Cai Qinbo, Vizedirektor des meteorologischen Amtes. Mehr als 40.000 Fischerboote waren in die Häfen zurückgerufen worden. Schulen blieben geschlossen. Bei der Überschwemmung von zwei Dörfern in Lingao halfen Soldaten bei den Rettungsarbeiten. Auch die benachbarte, arme Region Guangxi war von schweren Niederschlägen und Überschwemmungen betroffen.
Verkehr brach zusammen
In der Nachbarprovinz Guangdong nahe Hongkong wurden Deiche an der Küste und Wasserreservoirs beschädigt, wie die Tageszeitung China Daily berichtete. Der Sturm riss Plakatwände um und brachte den Verkehr zum Erliegen. Ein Fischer galt als vermisst, als drei Fischerboote nahe der Insel Nan'o kenterten.
Derart starke Wirbelstürme heißen in Asien Taifun, während sie in Amerika Hurrikan genannt werden. Bei zwei vorhergegangenen schlimmen Taifunen waren in diesem Monat in China schon mehr als 140 Menschen ums Leben gekommen.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP, REUTERS