Schiffsunglück

Indonesische Fähre gesunken: Viele Vermißte

01. Februar 2006 Beim Untergang einer indonesischen Fähre mit bis zu 160 Menschen an Bord sind wahrscheinlich Dutzende Passagiere ertrunken. Helfern gelang es jedoch, mindestens 114 Schiffbrüchige aus der aufgewühlten See im Osten des Landes zu retten.

Die Behörden hatten am Mittwoch aber kaum Hoffnung, die zunächst mehr als 40 Vermißten noch lebend zu bergen. Meterhohe Wellen und starker Regen behinderten die Suchaktion. Laut offizieller Passagierliste waren zum Zeitpunkt des Unglücks 86 Passagiere und 20 Besatzungsmitglieder an Bord. Die Behörden gingen jedoch davon aus, daß sich zahlreiche blinde Passagiere auf der Fähre befanden, so daß die Zahl der Schiffsinsassen bei bis zu 160 gelegen haben dürfte.

Bis zu fünf Meter hohe Wellen

Die Fähre war auf dem Weg von der Hafenstadt Kupang in West-Timor auf die nahe gelegene Insel Rote, als sie am Dienstag abend (Ortszeit) in schwerer See sank. Viele der Überlebenden waren nach ihrer Rettung sehr geschwächt, berichtete ein Behördensprecher. Für einen Mann sei jede Hilfe zu spät gekommen: Er starb kurz nach seiner Bergung. Die Behörden vermuten, daß bis zu fünf Meter hohe Wellen die Fähre zum Kentern brachten. Ein Überlebender sagte einem Fernsehsender, vor dem Untergang der Fähre sei genug Zeit geblieben, die Schwimmwesten anzuziehen.

Nach den Behördenangaben hatte der Kapitän des Schiffes zwei Stunden nach dem Ablegen per Funk von Schwierigkeiten berichtet. Danach sei der Kontakt zu den Hafenbehörden in Kupang abgebrochen. Das Schiff sei für die normalerweise fünfstündige Überfahrt nach Rote den Vorschriften gemäß ausgerüstet gewesen. Die Marine setzte bei der Suche nach Überlebenden neben Schiffen auch Hubschrauber ein. In der Inselrepublik Indonesien kommt es immer wieder zu Fähr- und Schiffsunglücken. Der Transport zur See ist günstig und daher auch für ärmere Indonesier erschwinglich.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa, AP und Reuters
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb

 
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche