02. August 2007 Bei einem Zugunglück in Kongo sind am Donnerstag mindestens hundert Menschen ums Leben gekommen. Dies berichtete ein Regierungssprecher am Abend. Nach Angaben der UN-Mission Monuc, die sich auf Ärzte berief, wurden mindestens 120 Menschen verletzt.
Regierungschef Joseph Kabila entsandte mehrere Minister zum Unglücksort. Der staatlichen Bahngesellschaft SNCC zufolge entgleiste der Güterzug, der zwischen Ilebo und Kananga im Zentrum des Landes unterwegs war, aus noch unbekannten Gründen. Die Lokomotive soll nach Augenzeugenberichten außer Kontrolle geraten sein.
Heimliche Fahrten auf Güterzügen üblich
Die Opfer waren einem Bahnsprecher zufolge als blinde Passagiere unterwegs. Viele Menschen reisen in Kongo heimlich in Güterzügen mit. Das Eisenbahnnetz des Landes stammt noch aus der Kolonialzeit und wurde seit der Unabhängigkeit von Belgien im Jahr 1960 nicht mehr modernisiert. Unfälle sind deshalb häufig. In der Provinz West-Kasai war es bereits der zweite innerhalb von drei Wochen.
Text: FAZ.NET mit Material von AFP, AP
Bildmaterial: AFP