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Beinahe-Unglück

Airbus wurde von Kopilotin gesteuert

Bei der spektakulären Sturmlandung am vergangenen Samstag in Hamburg hat die 24 Jahre alte Kopilotin den Airbus A 320 gesteuert. Das bestätigte die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.

Lesermeinungen zum Beitrag

05. März 2008 18:27

Copilotin machte Landung - @Machala - @ Langen

Detlef Stark (wool-web)

Ich bin vor kurzem mit 23.000 Flugstunden nach 40 Jahren, davon 35 Jahre als Flugkapitän, in Rente gegangen und denke, die Hamburger Situation und ähnliche sind mir bestens bekannt und ich kann es beurteilen.
Die fliegerische Analyse von Herrn Oliver Langen ist richtig, ich sehe es genau so.

Ich bin mir aber sicher, der Kapitän des Fluges wäre besser selbst geflogen, hier gibt es nichts zu spekulieren.
Eine junge Copilotin mit 24 Jahren, die noch nicht vor allzu langer Zeit von der Flugschule gekommen ist, ist mit der äusserst schwierigen Situation einer Landung bei einer Sturmwetterlage mit starken Querwind völlig überfordert, hier hat der Kapitän das Flugzeug zu fliegen, das verlangt die Sicherheit des Fluges, auch in Verantwortung gegenüber den Passagieren, dafür ist er ausgebildet, angestellt und hat seine viel grössere Flugerfahrung.
Sie werden auch in einem Krankenhaus bei einer hochkomplizierten Operation
erwarten dürfen, dass der Chefarzt operiert und nicht ein dienstjunger Assistenz-
arzt "zu Uebungszwecken".
Detlef Stark

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05. März 2008 13:58

Aus glücklichen Umständen lernen

Oliver Langen (Acer99)

@Machas,
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<br>Oh, angesichts der Kommentare gehen Sie ruhig davon aus, dass der ein oder andere Pilot hier schreibt...
<br>
<br>Einige Kommentare sind sehr zutreffend, insbesondere der, wonach man die Säumnis, den rechten Flügel abzusenken, bemängelt. Ja, genau so ist es. Wenn man so anfliegt und systembedingt links um die Hochache drehen muss, geht der Flügel hoch, sofern man nicht gleich rechts quer dagegen gibt. Das Ausrichten auf Bahnachse muss auch nach luv versetzt erfolgen, damit man die während des Ausrichtens erfolgende Abdrift kompensiert . Ob der Kaptn das aber "besser" gemacht hätte, ist reine Spekulation. Er hat eine Entscheidung getroffen, die Copi fliegen zu lassen, ob die falsch war, weiss man nicht.
<br>
<br>Falsch war imho der Anflug auf die zuerst gewählte Bahn. Danach gings auf die 33, haette man die gleich genommen, niemand spräche über die Landung. Sollte sich noch herausstellen, dass die Seitenwindkomponente ausserhalb der Limits lag, hat der Kaptn nen Problem.
<br>
<br>OL
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05. März 2008 03:22

Wir sind keine Piloten

Lukas Machala (LM87)

Wir alle, die hier kommentieren, sind keine Piloten und können das "Beinahe-Unglück" nicht bewerten. Tatsache ist: Die Lufthansa Piloten sind nach ihrer Ausbildung zum Piloten bereits als Profis ausgebildet - es ist demnach völlig legitim, dass der Kapitän seiner Co-Pilotin das Steuer überlassen hat.

Warum sollte den Kapitän also eine Schuld treffen?

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04. März 2008 21:04

Flughafen lage in Hamburg

Hans Schwarz (Hans.Schwarz)

Die innerstädtische Lage ist besonders kritisch und anfällig bei starken Winden.
Hinzu kommt das anachronistische gekreuzte Bahnsystem, das es Anwohnern wie Flugzeugführern nicht leicht macht hier zu landen oder zu starten.
Beinahunfälle kommen darum häufiger vor. Dank einer Videoaufnahme eines jungen Spotters konnte man diesen Beinahe-Crash nicht unter den Teppich kehren.
Die verantwortlichen Politiker müssen endlich sich verantwortlich zeigen für die Sicherheit wie Gesundheit der vielen Anwohnern und den Passagieren.
Soviel Glück man dieses Mal hatte und dank der Tüchtigkeit der jungen Pilotin, kann man nicht immer erwarten. Wir erwarten als Anlieger eine ähnlich schnell Entscheidung wie seinerzeit in München-Riem.
Denn der Klimawandel wird uns weiterhin unerwartet starken Sturm bescheren.

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04. März 2008 19:43

Sturmlandung

Detlef Stark (wool-web)

Es wäre sicher besser gewesen, der Flugkapitän hätte das Flugzeug bei diesem schweren Anflug in stürmischem Wind und wahrscheinlich maximaler Querwind-
komponente selbst gesteuert.
Es liegt auf der Hand, dass ein Kapitän mit 39 Jahren eine wesentlich grössere Erfahrung im Umgang mit einer derartigen Herausforderung hat als eine junge Kopilotin mit 24 Jahren.
Die Erfahrung eines Piloten wächst mit den Flugstunden und macht nochmals einen positiven Sprung durch das spätere Kapitänstraining.
Es kommt hinzu, dass der Flugkapitän in jedem Fall die Verantwortung trägt, auch wenn der Kopilot das Flugzeug, wie hier geschehen, fliegt.
Fliegt er selbst, kann er es besser machen oder einen Anflug wie hier selbst vertreten und muss nicht für jemand anderen gerade stehen.
Detlef Stark, Flugkapitän i.R.

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04. März 2008 19:31

ILS?

Marcus Pfeiffer (marcus.pfeiffer)

Die Bahn 23 ist mit ILS (Instrumenten-Lande-System) ausgestattet. Vielleicht wollten sich die Beiden nicht noch bei schlechter Sicht und Sturm auf die Ausrichtung zur Bahn konzentrieren müssen.

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04. März 2008 19:07

Beinahe - Unglück - Airbus

Siegfried Specho (specho)

Der Pilot und die Pilotin sind sicherlich sehr, sehr gute Flugzeugführer, aber das ganze Manöver war nicht nur "KÖNNEN", sondern sehr, sehr großes Glück und damit unverantwortlich gegenüber allen Insassen. Dazu gehören aber auch alle Angehörigen und alle, die anschließend bei so einem Unglück betroffen sind wie Feuerwehr, Aerzte, Schwestern, Polizei etc..
Es ist auch nicht zu Verantworten wie jetzt durch Darstellungen von Experten die Angelegenheit verharmlost wird und die Verantwortung allein auf die Piloten geschoben wird. Auch der Glaube, nur weil man das laufend übt, hätte man solche Situationen immer im Griff, ist eine Ilusion. Wer kann wirklich die Heftigkeit einer Boe beim Landen vorhersehen?
Noch etwas mehr Wind und die Tragfläche wäre so heftig aufgeschlagen, dass das Durchstarten nicht mehr möglich gewesen wäre. Die Kommentare dann würden sicherlich völlig anders aussehen. Neben dem vorhandenen Können, fehlte den verantwortlichen Piloten etwas wesentliches - Verantwortungsgefühl - gegenüber anderen Menschen und das bei einer so renomierten Fluglinie.
S. Specho

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04. März 2008 19:02

Ueben mit 130 Passagieren

Günther Jacobs (gjacobs)

in absolut grenzwertigen Situationen. Der Unfallbericht
wird ein SuperGAU fuer die PR Abteilung der Lufthansa,
die jetzt noch "Heldenlegenden" inszeniert!
Die Copilotin tut mir leid. Sie war in der letzten Landephase
ueberfordert und hat einen Fehler gemacht - beim Ausrichten
den rechten Fluegel nicht frueh genug abgesenkt.
Verantwortlich ist der Kapitaen und ich moechte nicht
wissen, was der hinter den Kulissen zu hoeren bekommt.
Aber in der Oeffentlichkeit braucht es natuerlich das
makellose Image der nationalen Airline.

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04. März 2008 18:46

Natürlich kann man aufgrund des gezeigten Videos...

Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)

... nicht gut beurteilen was genau passiert ist. Der schräge Anflug ist bei starkem Seitenwind sicher normal. Für mich sieht es allerdings so aus als ob beim für die Landung notwendigen Geraderichten des Flugzeugs die dem Wind zugewandte Tragfläche zu hoch genommen worden wäre. Normalerweise setzt man das Flugzeug mit einer etwas hängenden Tragfläche auf, damit der Wind nicht darunter angreifen kann. Wohlgemerkt, eine sichere Beurteilung kann das nicht sein. Aber die Frage bleibt in jedem Fall, warum nicht die andere Landebahn genommen wurde, wo das Seitenwindrisiko sicher geringer gewesen wäre. Die Aussagen der Lufthansa über die Qualifikation der Piloten ist wohl zu erwarten. Aber auch dort werden hie und da Fehler gemacht. Das Durchstartmanöver selbst macht auf dem Video einen durchaus professionellen Eindruck und das ist, wie an anderer Stelle erwähnt, auch etwas durchaus normales. Wohlgemerkt, starker und böiger Seitenwind verlangt vom Piloten durchaus besonderes Können. Das gilt natürlich auch für die Korrektur eines möglichen Fehlers.

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