Venedig

Anstieg des Meeresspiegels

13. Februar 2006 Um durchschnittlich 20 Zentimeter sind die Pegel in den vergangenen hundert Jahren weltweit gestiegen. Schätzungen für die nächsten hundert Jahre gehen von einer weiteren Zunahme aus. Der Anstieg des Meeresspiegels macht vor allem jenen Küstenstädten zu schaffen, die ohnehin nur knapp darüber oder wie New Orleans sogar darunter liegen. Fast täglich überschwemmt wird inzwischen Venedig.

Etwa hundertmal pro Jahr, zehnmal so häufig wie vor 30 Jahren, dringt die Adria in die Inselstadt. Daß die Überschwemmungen zunehmen, liegt auch daran, daß Venedig langsam aber stetig in den weichen Lagunengrund absinkt. Das 2003 gestartete Milliardenprojekt „Mose“ soll Venedig von 2011 an vor dem Untergang bewahren. Bei starker Flut sollen dann 78 Stahltore die Zuflüsse der Lagune zum offenen Meer abriegeln. Kritiker befürchten, daß dadurch ein längst gelöst geglaubtes Problem wieder akut werden könnte: die Verlandung der Lagune zu einem Schlickbecken.

Findige Ingenieure haben aber schon die nächste Idee: Sie wollen Wasser oder Kohlendioxyd in Gesteinsschichten unterhalb Venedigs pumpen. Diese sollen sich dann so weit ausdehnen, daß die Stadt insgesamt um 30 Zentimeter steigt.

Text: F.A.S. vom 12.2.2006
Bildmaterial: Satellitenfoto: University of Maryland, Global Landcover Facility (GLCF) / Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

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