14. Oktober 2007 Sechs ausländische Touristen und zwei einheimische Reiseleiter sind am Samstag bei einer Monsun-Sturzflut in einer Höhle eines thailändischen Nationalparks ertrunken. Nur eine junge Frau überlebte das Unglück, wie die Polizei am Sonntag berichtete. Nach Angaben der Parkverwaltung waren unter den Opfern ein zehnjähriger deutscher Junge, vier Schweizer und ein Brite.
Die Überlebende, die am Sonntag erst nach 20 Stunden gerettet wurde, kommt nach bisherigen Erkenntnissen ebenfalls aus Großbritannien. Nach Angaben des stellvertretenden Parkdirektors werden Touristen davor gewarnt, in der Monsunzeit in die Höhle zu fahren. Die Regenzeit dauert in dieser Region bis Ende Oktober.
Wasserspiegel muss rasant gestiegen sein
Das Unglück ereignete sich am Samstagnachmittag im Kho-Sok-Nationalpark rund 180 Kilometer nördlich von Phuket. Die Gruppe war mit dem Boot in die Nam-Talu-Höhle gefahren. Offenbar setzte ein schwerer Monsunregen ein, der erst nach drei Stunden nachließ, berichtete der stellvertretende Parkdirektor Thirayudh Mungpaisan. Der Wasserspiegel müsse in kürzester Zeit rasant angestiegen sein.
Der deutsche Junge machte in dem Park mit seiner Mutter Urlaub, sagte ein Polizeisprecher. Die Mutter habe an dem Ausflug nicht teilgenommen. Sie habe den Jungen in die Obhut der anderen Erwachsenen gegeben. Sie dachte, das sei ungefährlich, weil genügend Erwachsene an Bord waren, sagte der Sprecher.
Familie aus der Schweiz unter den Opfern
Bei den Schweizern handelt es sich offenbar um eine Familie mit zwei Teenagern. Die Parkleitung war zunächst davon ausgegangen, dass es sich um eine deutsche Gruppe handelte, weil die Teilnehmer deutsch sprachen, sagte der Vizedirektor.
Der Koh-Sok-Nationalpark umfasst das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet in Südthailand und liegt in der regenreichsten Region des Landes. Die Höhle ist eine der Haupttouristenattraktionen des Parks. Darin sind ungewöhnliche Felsformationen mit Stalaktiten und Stalagmiten zu sehen.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: REUTERS