27. Juli 2007 Trotz verzweifelten Kampfes hunderter Feuerwehrleute fressen sich die Waldbrände in Griechenland durch die verdorrte Landschaft. Fast 1000 Einsatzkräfte stellten sich am Freitag an Dutzenden Fronten den Flammen entgegen, wie der Rundfunksender Flash berichtete. Die vermutlich vielfach von Brandstiftern gelegten Feuer wüteten in weiten Teilen des Landes jedoch ohne Unterlass weiter, während Griechenland noch auf Unterstützung des Auslands wartete.
Zwei Löschflugzeuge aus Russland sollten noch am Freitag eintreffen. Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis hatte Moskau am Donnerstag angesichts der außer Kontrolle geratenen Brände um Hilfe gebeten. Hunderte Brände haben bereits mehr als 10.000 Hektar verwüstet. Zehn Menschen kamen bislang aufgrund der Waldbrände ums Leben, darunter fünf Feuerwehrleute.
Rund 100 Häuser wurden bereits zerstört
Dem riesigen Feuer in Achaia auf dem nördlichen Peloponnes konnten die Löschmannschaften auch am vierten Tag nicht Einhalt gebieten. Rund 100 Häuser wurden bereits zerstört, zahlreiche Menschen flohen vor den Flammen. Nahe Korinth flammte am Freitag ein neuer Brand auf.
Brände loderten auch nahe Kozani, Pieria, Saloniki, Florina und Kastoria im Norden des Landes. In Kastoria riefen mehrere Gemeinden den Notstand aus. Die Löscheinsätze wurden durch noch im Boden schlummernde Munition aus dem Zweiten Weltkrieg behindert. Auch auf den Ferieninseln Cephallonia und Hydra sowie in der Region Messinia loderten die Flammen weiter.
Rekordtemperaturen von 45 Grad Celsius
Die Rekordtemperaturen von 45 Grad Celsius wurden zwar nicht mehr erreicht, starker Wind fachte die Brände jedoch weiter an und behinderte die Arbeit der Feuerwehrleute und Soldaten.
Um ausländische Unterstützung baten auch mehrere südosteuropäische Länder: Sowohl Mazedonien als auch Kroatien, Bulgarien und Serbien riefen um Hilfe. Angesichts der durch die jüngste Hitzewelle verstärkten Energienot reduziert Albanien die Arbeitszeit der Behörden. Von Montag an sollen Mitarbeiter nur noch fünf statt acht Stunden arbeiten, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Albanien hat auch bereits die Wasserversorgung rationieren müssen: Teilweise gibt es nur noch ein bis zwei Stunden am Tag fließendes Wasser.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, dpa