Chile

Touristen vor Lavaströmen gerettet

03. Januar 2008 In einer dramatischen Aktion haben Rettungsmannschaften nach dem Ausbruch des chilenischen Vulkans Llaima 54 Touristen unverletzt in Sicherheit gebracht. Nach Zeitungsberichten vom Donnerstag konnten Helfer des chilenischen Militärs mit geländegängigen Lastwagen in das Gebiet vordringen, in dem die Menschen eingeschlossen waren. Herabstürzendes Schmelzwasser hatte einen Fluss über die Ufer treten lassen und die Zufahrtsstraße versperrt.

Die Menschen hatten eine Nacht in einem Unterschlupf des Nationalparks verbringen müssen. Schon am Dienstagabend (Ortszeit) waren rund 150 Touristen in Sicherheit gebracht worden. Mehrere hundert Bewohner in der gefährdeten Region um den Vulkan hatten ihre Häuser verlassen müssen. Sie mussten unter freiem Himmel oder Notunterkünften übernachten.

Aktivität leicht abgenommen

Der Vulkan hatte Feuer und Lava mehr als 1000 Meter in die Höhe geschleudert. Über dem Berg stand eine etwa fünf Kilometer hohe Rauchsäule. Bei einem Überflug stellten Experten des nationalen geologischen Dienstes fest, dass die Aktivität inzwischen leicht abgenommen hat. Der Vulkan spucke statt Asche und Gas nun überwiegend Wasserdampf aus, hieß es. Bis zu diesem Freitag wollen die Wissenschaftler herausfinden, wann die Bewohner in ihre Dörfer zurückkehren können. Der Berg werde ständig beobachtet, sagte der Bürgermeister des nahe gelegenen Ortes Melipeuco, Edgardo Barros.

Der 3125 Meter hohe Llaima liegt im vulkanreichen Nationalpark Conguillio rund 80 Kilometer östlich der Regional-Hauptstadt Temuco. Die Stadt befindet sich etwa 670 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile. Der Llaima gilt als einer der aktivsten Vulkane Südamerikas. Der letzte stärkere Ausbruch sorgte 1994 für tagelange Aufregung.



Text: FAZ.NET mit Material von AP
Bildmaterial: AFP, AP, REUTERS

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