Brückeneinsturz in Amerika

Die Schwächen der Einfeld-Trägerbrücke

Wie vom Sturm durcheinandergeschütteltDie Nacht nach der KatastropheDie Ursache der Katastrophe ist weiter unklar

Bildergalerie Die Suche nach den Ursachen des Brückeneinsturzes in Minnesota wird sich hinziehen - die konzeptionelle Schwäche der Brücke kann man jedoch schon heute beschreiben.

Lesermeinungen zum Beitrag

04. August 2007 00:02

Statik von Brückenbauwerken

Roland Krysik (rrrolando)

Herr Prof. Mike Schlaich (TU Berlin – Fachgebiet Massivbau) wird möglicherweise in seinen fachtechnischen Ausführungen zum Tragverhalten von Brückenträgern von dem artikelverfassenden Autor Georg Küffner nicht vollständig zitiert.
Mit diesen fachtechnischen Aussagen zum Tragverhalten von Einfeld- und Durchlaufträgern würde ein Prüfungskandidat das Examen im Bauingenieurwesen wahrscheinlich nicht bestehen.
Falls mal ein Brückenbauwerk einstürzen sollte, hängt dieses ursächlich nicht davon ab, ob es sich dann bei diesem Bauwerk um ein Einfeld- oder Durchlaufträger oder sonstiges statisches System handelt.
Als mögliche Ursachen sind vornehmlich zu nennen:
- Schleichender Verfall infolge mangelhafter Wartung und Pflege des Bauwerks,
- Fehlerhafte Bauausführungen,
- Fehlerhafte Berechnungen.
Bei dieser Berichterstattung wäre es besser gewesen, wenn Herr Prof. Mike Schlaich „seine“ fachtechnischen Ausführungen zum Tragverhalten von Brückenbauwerken noch einmal persönlich gegengelesen hätte.
Schade, dass dem interessierten Laien durch diese Art der Berichterstattung nicht die fachtechnisch richtigen Informationen geliefert werden.
Dr.-Ing. Roland Krysik
Essen

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03. August 2007 14:27

Durchlauftraeger

Michael Otto (michaelotto)

soweit ich mich an meine Mechanik Vorlesungen erinnere, sind Durchlauftraeger nicht statisch bestimmt, sondern mindestens 1-fach statisch unbestimmt.

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03. August 2007 13:10

Leonhards Durchlaufträger im deutschen Brückenbau

Armin Witt (arminwitt)

Küffners kecke Behauptung „Denn Brücken mit großen Spannweiten werden in Deutschland nach einem Konstruktionsprinzip errichtet, der einen Zusammenbruch nach Art eines Kartenhauses unmöglich macht“ löst unter seriösen Brückenbauern – gelinde gesagt – Erstaunen aus. Wollen die verantwortlichen deutschen Baufirmen und das Verkehrsministerium nur den „Zusammenbruch nach Art eines Kartenhauses“ verhindern?

Kein Wort von Küffner zu den systembedingten Schwächen der nach Leonhardt und Partnern errichteten knapp 10.000 Spannbetonbrücken: zwangsläufige Risse im Spannbeton, hauptsächlich an den Koppelfugen. Durch diese Risse dringen die Salze in der Luftfeuchtigkeit an den Spannstahl. Spannstahl rostet etwa 10 mal schneller als Baustahl. Wer will nach 30 Jahren noch für die Statik der damals abgemagerten Brücke garantieren?

Küffners Behauptung „Fällt hier ein Pfeiler aus, bricht die Brücke nicht zusammen“ ist nicht keck, aber kühn. Die Betonpfeiler sind in der Regel solide, der in Kufstein wurde aufgrund eine Hilfstragekonstruktion ausgespült. Verharmlosend von einer „Delle“ zu schreiben, ist gemeingefährlich. Besonders für Autofahrer, die dieser „Delle“ dann nicht mehr ausweichen können.
Armin Witt
www.erfinder-entdecker.de

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03. August 2007 11:08

Teil 2 Ergänzung zum Artikel „Die Schwächen der Einfeld-Trägerbrücke“

Ingo Schendel (Ingo.Schendel)

Statische Systeme, die aus durchlaufenden Trägern bestehen, sind in der Regel statisch unbestimmt. Allein aufgrund der Gleichgewichtsbeziehungen lassen sich bei diesen Systemen die Schnittgrößen nicht ermitteln, es muss auch die Nachgiebigkeit mit betrachtet werden.

Der Anschluss der Fahrbahn an den Brückenträger und das statische System des Brückenträgers sind getrennt voneinander zu betrachten.
Ist der Überbau (Fahrbahn) schubfest an die Brückenträger angeschlossen, spricht man von einer Verbund-Tragwirkung, dies kann sowohl bei Einfeld- als auch Mehrfeld-Brücken der Fall sein. Die vorliegende Konstruktion hat eine aufliegende und nicht angeschlossene Fahrbahn. Eine Aussage hinsichtlich der Redundanz eines Tragwerks lässt sich allein aus dieser Angabe nicht ableiten.

Ich bin wie mein Vorredner der Ansicht, dass Texte dieser Art, wenn sie nicht von einem Ingenieur selbst verfasst werden, zumindest gegengelesen werden sollten.

Dipl.-Ing. Ingo Schendel
Braunschweig

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03. August 2007 11:07

Ergänzung zum Artikel „Die Schwächen der Einfeld-Trägerbrücke“ vom 2. August

Ingo Schendel (Ingo.Schendel)

Ich bin erfreut, in der allgemeinen Berichterstattung einen Artikel vorzufinden, der auch versucht, die technischen Hintergründe des Brückeneinsturzes zu beleuchten. Ich möchte den Text um folgende Punkte ergänzen:

Bei der eingestürzten Brücke handelt es sich um eine Dreifeld-Konstruktion und damit auch um einen durchlaufenden Brückenträger. Aufgrund der statischen Höhe des Fachwerks können über den beiden inneren Auflagern Stützmomente übertragen werden. Der Begriff „Ausleger-Brücke“ ist nicht zutreffend, da das erste und dritte Feld auch an ihren äußeren Enden auf Auflagern ruhen.

Der Begriff „Stabilität“ meint im Text eigentlich „Tragwirkung“.
„Tragwirkung“ ist die Fähigkeit eines statischen Systems, Lasten aus Verkehr oder Schnee in den Untergrund zu leiten
„Stabilität“ bezeichnet im Bauwesen die Fähigkeit eines Stabes oder Tragwerks, gegen äußere Störungen in Form von Lasten oder Verschiebungen oder geometrische Imperfektionen ausreichenden Widerstand zu bieten und in seiner Ausgangslage zu verbleiben oder in sie zurückzukehren.
Knickt ein senkrecht stehender Strohhalm unter Druckbelastung aus, so versagt er hinsichtlich Stabilität.

Fortsetzung, siehe Teil 2

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03. August 2007 06:46

ADAC Brückentest

Frank Frei (showmekindaguy)

kann in Deutschland nicht passieren?! Lesen Sie doch bitte mal die aktuelle ADAC Motorwelt mit dem Brückentest!

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