05. Mai 2008 Nach dem Ausbruch des Vulkans Chaitén im Süden Chiles haben die Behörden die gleichnamige Kleinstadt nahezu vollständig evakuiert. 4500 Bewohner der zehn Kilometer vom Vulkan entfernten Stadt Chaitén haben nach Angaben des chilenischen Innenministeriums ihre Häuser verlassen.
Der örtliche Gouverneur, Sergio Galilea, sprach von einer Geisterstadt. Auch aus Dörfern der Umgebung wurden Menschen in Sicherheit gebracht. Dichter Rauch und Vulkanasche hatten bei vielen Menschen Atembeschwerden und Augenbrennen ausgelöst.
Größerer Ausbruch möglich
Die meisten Menschen wurden mit Schiffen aus der Stadt am Pazifik in sicherere Gebiete gebracht. Über dem 1000 Meter hohen Chaitén stand unterdessen eine bis zu 20 Kilometer hohe Rauchwolke. Nach Angaben der Leiterin des Katastrophenschutzamtes, Carmen Fernández, war die weitere Entwicklung des Vulkans völlig unklar. Auch ein großer Ausbruch mit Lava sei möglich.
Der seit rund 9.000 Jahren inaktive Vulkan etwa 1000 Kilometer südlich von Chiles Hauptstadt Santiago war am Freitag ausgebrochen und hatte den Himmel verdunkelt. Die Sicht war zeitweise gleich Null, es war wie mitten in der Nacht, wurde Arturo Carvallo, Bürgermeister der chilenischen Ortschaft Futaleufú zitiert.
Präsidentin ruft zur Ruhe auf
Die Asche rieselte vom Himmel, Wälder und Dörfer sahen aus wie mit Raureif überzogen. Tief aus der Erde sei ein dumpfes Grollen zu vernehmen, und immer wieder komme es zu leichteren Erdstößen. Mehr als 60 sind mittlerweile gezählt worden.
Chiles Präsidentin Michelle Bachelet rief die Bürger zur Ruhe auf und reiste am Sonntag nach Chaitén. Viele Menschen im Umkreis des Vulkans hatten panisch auf den Ausbruch reagiert. Vor allem haltbare Lebensmittel, Kerzen und Batterien für Taschenlampen waren in den Geschäften ausverkauft. Auch der einzige Geldautomat am Ort war nach kurzer Zeit leer. Die Behörden verteilten 10.000 Atemschutzmasken, Tankwagen versorgten die Menschen mit Trinkwasser.
Text: dpa/AP
Bildmaterial: AFP, AP, dpa, REUTERS
