Folgen der Flut

Terre des hommes: Kinder aus Flutgebiet nicht adoptieren

06. Januar 2005 Das Kinderhilfswerk terre des hommes hat sich gegen Adoptionen aus dem Katastrophengebiet in Südasien ausgesprochen. „Es mag gut gemeint sein, Kinder durch eine Adoption in Sicherheit zu bringen“, sagte Referentin Maria Holz am Donnerstag in Osnabrück. Es müsse aber sichergestellt werden, daß es zur Adoption ins Ausland keine sinnvolle Alternative gebe.

So sei zu prüfen, ob Vollwaisen etwa bei Verwandten leben könnten. Diese intensive Untersuchung des persönlichen Hintergrundes sei aber im Krisengebiet derzeit kaum möglich. „Wir sind daher der Meinung, daß ohne diese sorgfältige Einzelfallprüfung keine Adoption aus der betroffenen Region ins Ausland vermittelt werden sollte“, fügte Holz hinzu.

Kinderhandel wird zunehmen

Terre des hommes rechnet mit einer Zunahme des Kinderhandels in Indonesien und den übrigen Ländern der Katastrophenregion. „Es ist zu befürchten, daß Kriminelle die unübersichtliche Situation nutzen, um ihre Aktivitäten zu verstärken“, sagte der Geschäftsführer Peter Mucke der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Es gebe bereits erste Anzeichen hierfür. Das Hilfswerk bringe die Kinder auch deshalb möglichst schnell in Schutzzentren unter und kümmere sich um ihre Versorgung.

Ähnlich äußerte sich auch die Kindernothilfe. So könnten sich Personen als Angehörige der Kinder ausgeben und diese dann mitnehmen. „Es ist zu befürchten, daß diese Kinder nicht in ihren Familien landen, sondern gegen Geld an Adoptiveltern im Ausland verkauft oder sogar sexuell missbraucht werden“, teilte die Organisation mit.



Text: FAZ.NET mit Material von AP
Bildmaterial: AP

 
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