Ich kann mir nicht vorstellen, daß unsere Brücken besser sein sollen, als die in den USA. Man braucht nur mal anhalten und unsere zum Teil ramponierten Brücken anschauen. Da bekommt man Angst diese verotteten Dinger zu benützen.
Kurzfristiges Denken führt zum Sackgassen-Syndrom. Man scheut höhere Ausgaben, die einen höheren Nutzen bringen würden, und setzt lieber auf das Prinzip Hoffnung/Optimismus: "Hoffentlich geht das Problem weg, ohne dass ich etwas tun muss." (S. auch Straubhaar "Erklär mir die Welt - Warum sind Reformen unbeliebt?")
Gute Sanierer setzen deshalb immer auf langfristigen Nutzen.
In New Orleans wurde auch vorher gewarnt, dass es billiger wäre, die Deiche zu reparieren als darauf zu hoffen, dass kein Hurrican kommt.
Der Stern-Report sagt, dass es billiger wäre, etwas gegen die Klimaerwärmung zu unternehmen als die Folgen zu finanzieren.
Im Irak und in Afghanistan muss man mehr "zuschiessen", weil ein Abzug die Situation verschlechtern würde: Sackgassen-Syndrom durch kurzsichtiges Denken gepaart mit Optimismus.
Schauen Sie sich nur die Straßen hierzulande an, überall wird aufgerissen und geflickt. Die Flickerei liegt wohl ein wenig in der Natur der Sache. Tritt irgendwo ein Problem auf, muss man dort halt punktuell verbessern, man kann nicht immer gleich ganze Stadtteile wie aus einem Guss neu aufziehen.
Also es wird immer miese Geschaftsleute, nicht nur in Amerika, sondern uberall oder weltweit, die mit ganzen Extraspesen oder andere Vorteile oder durch verhinderte Erpressungen, geben, das es Gutachter, Bauunternehmer und anderen Berufsleute erschweren oder unmoglichen machen, auf die taglichen Lasten im Alltag, ein wenig weg zusehen und das Auge zu schliesen oder Dokumente so verfalschen. 1990 wurden die Behorde von Minneapolis grossere Mangel hingewiesen und man verstand sich darauf, kleine Repaeraturen "hier und da" wurde schon reichen. Vielleicht stand eine Burgermeisterwahl vor der Haustur und das Autofahrer und Geschaftsleute bei einer Schliessung der Brucke verargert reagiert hatten und einen anderen Kandidaten gewahlt hatten, aber solche Beispiele sind ja nicht neu, sondern alltaglich, deswegen ist es immer schwer, den Menschen die Wahrheit zusagen oder Unannehmlichenkeit beizubringen, weil man damit an Popularitat einbussen konnte. Jetzt starben wieder Menschen.
