ICE-Unglück bei Fulda

Strafverfahren gegen Schäfer eingeleitet

Am späten Abend wird der zerstörte Triebkopf aus dem Tunnel gezogenEine Lokomotive fährt neben den verunglückten ICEEin Kran soll den entgleisten Zug bergenBahn-Mitarbeiter rollen Leitern zur Demontage der Oberleitungen in den Tunnel

Bild für Bild Bevor der ICE im Tunnel entgleiste, kollidierte bereits ein anderer Zug mit den Schafen. Der Vorfall wurde gemeldet, der später verunglückte ICE aber nicht an der Weiterfahrt gehindert. Jetzt wird ein Strafverfahren gegen den Schafhirten eingeleitet. Von Claus Peter Müller

Lesermeinungen zum Beitrag

02. Mai 2008 01:35

Schafe waren fahrlässig eingepfercht

Torsten König (borderkelp)

Ein Elektrozaun stand nur an drei Seiten des Schafpferches. Zur vierten Seite hin verließ sich der Schäfer auf einen Bach. Dieser Bach,eher ein Bächlein, relativ schmal und nicht tief, wie Fernsehaufnahmen zu entnehmen war, stellt überhaupt kein Hindernis dar für Schafe. Wenn die Schafverbandsleute anderes behaupten, dann entspricht dies nicht der Wirklichkeit, der Grund für solche Behauptungen, man will Solidarität zeigen mit dem Verbandsmitglied. Durch die praktische Erfahrung ist dies nicht gedeckt. Es ist überhaupt kein Problem für Schafe, mehrere Hundert Meter in relativ kurzer Zeit zu überwinden, wie hier geschehen. Wenn Schafe aus einem Pferch ausbrechen, dann kann man hoffen, daß sie auf einer Nachbarwiese bleiben, aber auch nur hoffen. Genausogut laufen sie eine weite Strecke, wie hier geschehen. Ferner: In keinem Bericht finde ich erwähnt, in welchem Zustand sich die Wiese befand, von der die Schafe ausgebrochen sind. Die beste Einzäunung von Schafen besteht nämlich in ausreichend vorhandenem Futter auf der Pferchfläche, anders herum, die Ausbruchsgefahr ist umso größer je weniger Futter sich auf der Fläche noch befindet. Einen kleinen Bach als Zaunersatz zu nutzen ist jedenfalls fahrlässig.

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30. April 2008 00:36

Warum immer warten bis was passiert?

Pascal Loewe (pasloe)

Irgendwie scheint es in den letzten Jahrzehnten Mode geworden zu sein, Vorsichtsmaßnahmen immer erst dann zu treffen, wenn eine Katastrophe passiert ist. Und schuld ist hinterher auch keiner. Ob bei den Radreifen von Eschede, dem Düsseldorfer Flughafenbrand oder vielen kleineren Katastrophen -- wenn hinterher die Details durch die Presse gehen, bleibt sehr oft das Gefühl, dass die Katastrophe vorhersehbar war. Wenn nicht für Laien, so doch für die Fachleute, die sich täglich mit der Wartung beschäftigen. Aber manchmal auch für Laien. Bei jedem Bahndamm, der frei zugänglich ist, liegt es z.B. auf der Hand, dass Tiere, Kinder, Betrunkene auf die Gleise geraten können (und nach Murphys Gesetz auch werden). Man kann auf Vorsichtsmaßnahmen bewusst verzichten unter Verweis auf geringe Eintrittswahrscheinlichkeit einer Katastrophe. Bei frei zugänglichen Hochgeschwindigkeits-Bahndämmen sollte aber auch jeder Laie die hohe Wahrscheinlichkeit eines Unfalls erkennen. Hier mit Vorsichtsmaßnahmen zu warten, bis ein besonders schwerer Unfall passiert, ist grob fahrlässig. Und der Betreiber muss zur Rechenschaft gezogen werden, selbst wenn er glaubhaft seine Unwissenheit belegen kann, denn der Kunde hat ein Recht auf Unversehrtheit.

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29. April 2008 16:57

Schuld sind die Schafe

Rainald Maaß (dr.maass)

Schuld sind die Schafe, wohl die bei der Bahn, die für die Hochgeschwindigkeitsstrecke wohl besondere Sorgfaltpflichten haben. Dass noch kein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt, Verantwortliche bei der Bahn, eingeleitet worden ist, scheint mir politischer Justiz zu entsprechen. Dr. Rainald Maaß, Heidelberg

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29. April 2008 15:35

Transrapit sicherer?

John Doe (Der_kleine_Amrumer)

Welches System besser ist oder besser gewesne wäre, darüber kann mam bestimmt trefflich diskutieren, ja sogar streiten. Aber Sicherheitsvorteil kann ich da speziell beim Transroit nicht erkennen.
Was passiert denn mit denn z.B. mit "tollen" Stelzenfahrweg, wenn mal wieder ein Lkw oder ein Kran oder sonst was einfach mal wieder an einer Unterführung hängen bleibt? wie schwer/stabil sollen denn die Stelzen sein?So wie die z.B. im Emsland stehen oder auch in Shanghai, haut die jeder Betrunkene mit seinem 30Tonner weg... und dann? Zack gibt es eben mal nen kleinen Absatz auf dem Fahrweg, und immer schön den Fahrweg entlang mit 500 Sachen...oder was wenn jemand einfach mal was auf die Strecke schmeisst?Gäbe bestimmt auch Strecken wo noch andere Gebäude/Brücken über dem Fahrweg lägen. zum Beispiel mal nen schöner Gullideckeldraufschmeissen? Und wenn der nächste Winter kommt und mal 2000 Ringelgänse einfach oben auf dem Fahrweg sitzen, weil sie sich dort "oben" sicher fühlen...was wohl passiert wenn sich ein paar hundert ca. 5kg schwere Gänse unter den Transi schieben?Auch nichts anderes als wenn es Schafe wären...

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29. April 2008 14:23

Rad- Schiene- Sicherheit

Otto Eggert (ottoe)

Ich bleib' dabei:

Wer bei Hochgeschwindigkeitszügen an maximale Sicherheit denkt, kommt um den Transrapid nicht herum. Das Fahrzeug umgreift die Fahrbahn, kann also nicht entgleisen. Die Fahrbahn muß wegen des Umgriffs aufgeständert sein, da kommen auch keine Schafe oder Kühe drauf. Daß er zusätzlich noch einen erheblich höheren Fahrkomfort hat und die Betriebskosten (bei gleicher Geschwindigkeit) niedriger sind, hat sich leider noch nicht herumgesprochen.

Enschedde, Landgrabentunnel, die TGV- Entgleisungen in Frankreich - was muß eigentlich noch passieren, bis wir uns für ein sicheres System entscheiden, das unterm Strich (Bau, Betrieb, Unterhalt, Fahrzeuge) auch noch preiswerter ist, als Rad- Schiene?

Nur- die Politiker verstehen das Konzept nicht und sind deshalb auch nicht in der Lage, der Bevölkerung die vielen Vorteile näher zu bringen. Und Herrn Mehdorn und seiner Bahn wird die Macht gegeben, uns mit seltsamen Ausschreibungen an der Nase herum zu führen.

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29. April 2008 10:49

Doofe Schafe

Simon Pein (shampaign)

Der arme Schafhirte,

der hat bestimmt ne Versicherung, aber die Millionenforderungen die jetzt auf Ihn als Einzelperson, oder meinetwegen Unternehmer zukommen sind einfach zu gross.
Geldforderungen der Bahn an eine Einzelperson einen Millionen teuren Schaden an einem ICE bezahlen zu müssen...Da ist doch nichts zu holen.. der arme Schafhirte und die armen Schafe :-(

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29. April 2008 09:18

Und die Bahn?

Stefan Plath (hypnoticus)

Und wer ermittelt gegen die Verantwortlichen der Bahn, die die Strecke nach der Kollision des ersten Zuges mit einem Schaf nicht sofort gesperrt haben?

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29. April 2008 00:08

Wie sind denn eigentlich die Gäste der Bahn bei Unglücksfällen versichert ?

K Zinser (klaus_zinser)

Wenn die Zahlungen der Bahn im Unglücksfall gegenüber verletzten oder toten (was hoffentlich nicht passiert) Passagieren hoch genug sind, wird es sich für die Bahn sicherlich lohnen, die Schienen der Hochgeschwindigkeitsstrecken abzusperren.
In Frankreich ist es Standard.

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28. April 2008 20:30

Wir sollten insgesamt etwas langsamer reisen

Franz Voß (ivoyeti)

Die Einzäunung der ICE-Strecken mildert nur das eigentliche Problem: Wir reisen und fahren einfach zu schnell, mit der Bahn und mit dem Auto. Vielleicht täte es uns allen gut, wenn wir uns etwas langsamer fortbewegen würden. Mit mehr etwas mehr Fahrtzeit sänken die Risiken für Leib und Leben.

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28. April 2008 16:57

Die Schafe sind schuld!

Tomek Ochalski (zuza)

Und ich dachte naiv, die Gleise (und besonders die Tunneleingänge) eines Hochgeschwindigkeitszuges würden vom tierischen Zugang gesichert, aber Herr Meeeeeeehdorn hat das abgewunken.

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