Indonesien

Zwischen Nach-Beben und Tsunami-Warnung

Verzweiflung: Eine Frau vor ihrem von einem Tsunami zerstörten Haus

Verzweiflung: Eine Frau vor ihrem von einem Tsunami zerstörten Haus

14. September 2007 Die Erde hat auch an diesem Freitag schon wieder mehrfach gebebt. Mit der Stärke 6,9 war einer der Erdstöße für ein Nachbeben abermals ungewöhnlich heftig. Eine Tsunami-Warnung folgte auf dem Fuß und wurde wenig später wieder aufgehoben. So geht das schon seit am vergangenen Mittwoch ein schweres Erdbeben der Stärke 8,4 die indonesische Insel erschütterte. Selbst für diese erbebenanfällige Region ist es eine ungewöhnliche Serie ungewöhnlich starker Nachbeben. Von dramatischen Schäden ist bisher zwar nicht die Rede, doch mit der Erde kommen auch die betroffenen Menschen nicht zur Ruhe.

Mindestens 13 Todesopfer soll es durch das große Beben am Mittwoch gegeben haben. Das teilte der Krisenstab im Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Jakarta am Freitag mit. Ein kleinerer, drei Meter hoher Tsunami verwüstete das Dorf Muara Maras auf Sumatra. Insgesamt seien etwa 50 Menschen verletzt worden. Vergleichsweise wenige Opfer angesichts der immensen Katastrophen, die die Region in den vergangenen Jahren heimsuchten - darunter der Tsunami 2004, dem Hunderttausende zum Opfer fielen. Auch jetzt warnen Behördensprecher aus den Provinzen Sumatras, angesichts fortdauernder Bergungsarbeiten könne die Zahl der Opfer sich noch erhöhen.

Keine internationale Hilfsaktion

“Kleiner“ Tsunami: Drei Meter hohe Wellen richteten dieses Chaos an

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Ein Sprecher der Vereinten Nationen teilte unterdessen mit, eine große internationale Hilfsaktion sei nach dem Beben nicht nötig. Neun Experten der internationalen Organisation seien am Donnerstag im Bebengebiet eingetroffen, um Schäden und Bedürfnisse zu ermitteln. Aber „eine größere internationale Hilfsaktion ist derzeit nicht erforderlich“, sagte UN-Sprecher John Holmes. „Die Reaktion Indonesiens war recht wirkungsvoll und zeigt, wie hilfreich Vorbereitungen sind, um mit den Folgen einer Naturkatastrophe zurechtzukommen.“

Die Erde ist in diesem Jahr besonders aktiv. Nach Angaben des Geologischen Forschungsinstituts der Vereinigten Staaten (USGS) war das 8,4-Beben vom vergangenen Mittwoch schon das vierte Erdbeben mit einer Stärke von 8,0 und mehr. Durchschnittlich ereignet sich auf der Welt lediglich ein Beben dieser enormen Stärke pro Jahr. Auch die derzeitige Serie an Nachbeben in der Ozeanien-Region ist sehr ungewöhnlich. Schon mehr als 40-mal bebte die Erde seit Mittwoch nach. Zweimal erreichten die Erschütterungen eine Stärke von 7,0 und mehr, weitere fünf waren stärker als 6,0. Es ist damit zu rechnen, dass sich die Bebenserie auch in den kommenden Tagen weiter forsetzt (siehe dazu: Die Erdbebenwelle vor Indonesien ist noch nicht zu Ende).

Text: @dho/FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: AFP, AP, dpa, REUTERS

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