Nach Brückeneinsturz

Keine Hoffnung mehr auf Überlebende

20 Menschen werden noch vermisst

20 Menschen werden noch vermisst

02. August 2007 Tödliches Unglück im Feierabendverkehr: Beim Einsturz einer achtspurigen Autobahnbrücke sind in Minneapolis im amerikanischen Bundesstaat Minnesota am Mittwoch mehrere Menschen getötet worden. Die Polizei bestätigte am Donnerstag den Tod von vier Menschen, örtliche Medien sprachen von neun Toten. Taucher suchten nach Opfern, die bei dem Unglück mit ihren Autos in den Mississippi gerissen wurden. Bis zu 30 Menschen wurden noch vermisst.

Das Unglück traf viele Berufspendler, die gerade auf dem Weg von der Arbeit nach Hause waren. Die Ursache war zunächst unklar. Den Behörden war jedoch bekannt, dass die Brücke Abnutzungsmängel aufwies.

Ein Bild der Verwüstung

Der 40 Jahre alte Stahl- und Betonbau stürzte kurz nach 18.00 Uhr (01.00 Uhr MESZ) plötzlich ein, als die Autos im Berufsverkehr Stoßstange an Stoßstange standen. „Die Brücke begann zu fallen, Autos flogen in alle Richtungen und ich sah das Wasser kommen“, berichtete Catherine Yankelevich, die in ihrem Auto in den Fluss stürzte und sich durch das Fenster retten konnte. Auch Ramon Houge fuhr gerade auf der Brücke, als die Fahrbahn plötzlich vor ihm absackte. Fahrzeuge seien wie Spielzeugautos in das Wasser gestürzt. „Es wirkte so unwirklich“, sagte er der „Minneapolis Star Tribune“. Nach Schätzungen von Rettungshelfern könnten 50 Autos in den Fluss gefallen sein (Siehe auch: Video: Tote und Verletzte bei Brückeneinsturz).

Der Unglücksort an der Autobahn I-35 bot ein Bild der Verwüstung: Die Fahrbahn war auf einer Länge von mehreren hundert Metern eingestürzt. Große Asphaltabschnitte lagen flach im Mississippi, andere ragten steil in den Himmel. Mächtige Stahlträger knickten wie Streichhölzer ein. Aus einem abgestürzten Lkw schlugen Flammen. Manche Fahrzeuge stürzten mit den Brückenteilen 20 Meter in die Tiefe und blieben dort auf Asphaltabschnitten liegen, andere wurden in den Fluss geschleudert. Ein Schulbus entging knapp einer Katastrophe: Er rutschte auf der abgesackten Fahrbahn ab, kam aber vor dem Sturz in den Fluss zum Stehen. Alle 60 Insassen überlebten. Zehn Kinder mussten ins Krankenhaus.

Kritische Fragen zum baulichen Zustand

Behördenvertreter waren übereinstimmend der Ansicht, dass die Zahl der Opfer noch steigen werde. Gouverneur Tim Pawlenty sprach von einer „Katastrophe historischen Ausmaßes für Minnesota“. Feuerwehrchef Jim Clack sagte indes, insgesamt seien mehr als 60 Menschen ins Krankenhaus gebracht worden. Es sei unwahrscheinlich, dass weitere Überlebende gefunden würden. „Wir sind von der Rettungsarbeit zur Bergungsarbeit übergegangen“, sagte er. Polizeichef Tim Dolan bezeichnete die Bergung der ins Wasser gestürzten und möglicherweise abgetriebenen Opfer als schwierig: „Die Bergung dieser Fahrzeuge und der Menschen, die sich vielleicht darin befinden, wird viel Zeit benötigen.“

Nach dem Unglück wurden kritische Fragen zum baulichen Zustand der Brücke laut. Gouverneur Pawlenty sagte in einer ersten Stellungnahme, bei der letzten Inspektion im Jahr 2006 seien keine Mängel bemerkt worden.

2001: Korrosion der Stahlträger

Offizielle Dokumente stellten diese Aussage in Frage: Ein Bericht des Verkehrsministeriums von 2001 wies auf die Korrosion der Stahlträger hin. Die Brücke sei nach den Regeln von 1961 gebaut worden, die überholt seien. Die „Minnesota Star Tribune“ zitierte aus einem Ministeriumsbericht von 2005, in dem das Bauwerk als „strukturell mangelhaft“ eingeschätzt wurde.

Zum Zeitpunkt des Unglücks wurden kleinere Reparaturarbeiten an der Brücke ausgeführt. Laut Gouverneur Pawlenty sollten unter anderem Zementteile repariert und ersetzt werden. Experten bewerteten die Brücke als ungewöhnlich, weil sie weder durch einen Pfeiler im Fluss noch durch eine Hängeseilkonstruktion getragen wurde. Etwa 140.000 Fahrzeuge passierten die Flussquerung jeden Tag.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP, AP Photo/Pioneer Press, Scott Takushi, AP Photo/St. Paul Pioneer Press, Brandi Jade Thomas, AP Photo/St. Paul Pioneer Press, Scott Takushi, AP Photo/The Pioneer Press, Brandi Jade Thomas, dpa, F.A.Z., REUTERS

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Die Ursache der Katastrophe ist weiter unklarDie Hoffnung auf Überlebende ist geringFeuerwehrleute löschen die brennenden AutosBauarbeiten im Julil 1967Ohne Hilfe konnten einige Autofahrer ihre Fahrzeuge nicht verlassenAlle Kinder aus diesem Schulbus überlebten das UnglückSuche nach Opfern im MississippiDer Schrecken ist den Augenzeugen anzusehenSchwer überschaubares Chaos am Unglücksort“Wie nach einem Erdbeben“Ein Laster ging in Flammen aufViele Autos stürzten mit der Brücke abVerletzte werden abtransportiertAuch viele freiwillige Helfer kamen zur BrückeViele Autofahrer mussten von den Trümmern der Brücke geborgen werdenGeschockte AnwohnerEin Teil der Brücke stürzte auf die Eisenbahnschienen am Ufer des MississippiGeborstene Stahlträger Die Nacht nach der KatastropheDie Bergungsarbeiten erweisen sich als äußerst schwierigAus der Luft wird das Ausmaß des Unglücks sichtbarVor 40 Jahren wurde die Brücke gebaut, im vergangenen Jahr zuletzt geprüftWarten auf HilfeBis zu 100 Autos sollen in die Fluten gestürzt seinOb die Bauarbeiten an der Brücke in Zusammenhang mit ihrem Zusammensturz stehen, ist noch unklarGefährliche SchräglageEinige Autos gingen in Flammen aufDie Ursache des Unglücks ist noch unklarDie mächtige Konstruktion brach einfach wegGefährliche RettungsarbeitDie Brücke im Jahr 2005Schwierige Suche nach Opfern in den TrümmernSchweigeminute für die Opfer des Brückeneinsturzes bei einem Baseballspiel der Minnesota TwinsZum Krankenwagen umfunktioniertViele Autos stürzten in den FlussDie Behörden rechnen damit, dass die Opferzahl noch weiter steigtDie eingestürzte Brücke in Minneapolis