Unwetter

Zyklon „Larry“ fegt über Australien hinweg

20. März 2006 In Australien ist am Montag der schwerste Sturm seit mehr als 20 Jahren über den äußersten Nordosten des Landes hinweggefegt.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 290 Kilometern pro Stunde riß Zyklon „Larry“ nahe der Stadt Cairns Bäume aus, deckte Häuser ab und vernichtete Zuckerrohr- und Bananen-Plantagen. Tausende Menschen mußten sich in Notunterkünfte in Sicherheit bringen, da die Behörden eine Sturmflut fürchteten. Zu einer Überflutung kam es jedoch nicht. Auch gebe es keine Opfer, nur kleinere Verletzungen, erklärte die Polizei.

„Es war schrecklich

„Der Zyklon ist quer über die Bucht gezogen und der ganze Ort wurde buchstäblich erschüttert. Es hat sich wie eine Dampfeisenbahn angehört. Es war schrecklich“, sagte Cherelle Skelly, die Besitzerin eines Strandhauses in der Nähe des Ortes Innisfail. Das Zuckeranbaugebiet um Innisfail war von „Larry“ am stärksten betroffen. Mehr als die Hälfte aller Häuser des Ortes wurden der örtlichen Polizei zufolge beschädigt.

„Larry“ war der schwerste Sturm in Australien seit 1974. Damals zerstörte ein Zyklon etwa 70 Prozent der Stadt Darwin, 71 Menschen kamen ums Leben. Das australische Tropensturm-Warnzentrum hatte „Larry“ auf seinem Weg zur Küste in der höchsten Kategorie fünf eingestuft, klassifizierte den Sturm jedoch nach Erreichen des Festlandes eine Stufe niedriger. In dem Gebiet, über dem der Sturm tobte, liegt auch Cairns - das wichtigste Touristenzentrum im Bundesstaat North Queensland und Ausgangspunkt für Besucher des Great Barrier Reef und des tropischen Regenwalds. Mehr als 50.000 Wohnungen waren in Queensland ohne Strom.

Mehr als 90 Milliarden Dollar Schaden

Ministerpräsident John Howard ordnete Alarmbereitschaft für Rettungs- und medizinische Hilfseinheiten des Militärs an. Rückversicherer wie die Münchener Rück hatten in jüngster Zeit durch die Erwärmung des Weltklimas auch in Europa schwere Tropenstürme für möglich gehalten. Der Münchener Rück zufolge dürften versicherte Schäden, die bei Stürmen, Erdbeben oder anderen Naturkatastrophen im vergangenen Jahr entstanden seien, weltweit mehr als 90 Milliarden Dollar betragen haben.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa, Reuters
Bildmaterial: AP, dpa, dpa/dpaweb, REUTERS

 
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