Bisher 25 Erdstöße

Ungewöhnliche Erdbebenserie: Angst auf Sumatra

Unablässig bebt die Erde: Die Menschen in Bengkulu leben in Angst

Unablässig bebt die Erde: Die Menschen in Bengkulu leben in Angst

13. September 2007 Die anhaltende Serie von schweren Erdbeben und Nachbeben in Indonesien hat mindestens neun Menschen das Leben gekostet. Zwei der etwa 25 Beben innerhalb von 18 Stunden waren am Donnerstag so stark, dass die Behörden abermals Tsunami-Alarm auslösten. Der Meeresspiegel stieg zunächst jedoch nicht an.

An der Westküste Sumatras wurden nach Behördenangaben Hunderte Häuser beschädigt oder zerstört. Viele der betroffenen Gebiete sind abgelegen, die Telefonverbindungen zerstört. Daher sind verlässliche Angaben über die Schäden bisher schwierig. Die Regierung beorderte Armee-Einheiten mit Hilfsgütern in die Region.

Zahl der Opfer weiter unklar

Patienten eines Hospitals in Padang: Das Gebäude wurde teils zerstört

Patienten eines Hospitals in Padang: Das Gebäude wurde teils zerstört

Die ungewöhnliche Serie schwerer Beben - zum Teil in Minutenabständen - verängstigte zehntausende Menschen in der Provinz Bengkulu. Ein Großteil der Bevölkerung hatte die Nacht im Freien verbracht. Betroffen war auch die Stadt Padang. „Hier sind heute Morgen viele Häuser eingestürzt“, sagte Bürgermeister Fauzi Bahar dem Radiosender Elshinta. „Wir warten immer noch auf Opferangaben.“ Mindestens drei Menschen wurden unter eingestürzten Bauten vermisst. Das Gesundheitsministerium berichtete von insgesamt neun Toten und 50 Verletzten in Bengkulu.

Mehrere der Beben waren auch hunderte Kilometer weiter zu spüren, in der Hauptstadt Jakarta, in Singapur und in Malaysia. In Jakarta schwappte nach Angaben von Augenzeugen das Wasser aus Swimming-Pools; Hochhausbewohner flüchteten auf die Straßen. Größere Schäden wurden von dort aber nicht gemeldet.

Das erste Beben am Mittwoch hatte nach Angaben der amerikanischen Geologiebehörde eine Stärke von 8,4. Alle der mehr als 20 Nachbeben lagen über der Stärke fünf, zwei wurden am Donnerstag sogar mit mehr als sieben registriert. In der Nähe der Epizentren rund 200 Kilometer vor der Südküste Sumatras hatte sich auch das gewaltige Erdbeben Ende Dezember 2004 ereignet, das den verheerenden Tsunami ausgelöst hatte. Mehr als 230.000 Menschen waren damals ums Leben gekommen. Indonesien ist besonders erdbebengefährdet, weil dort zwei tektonische Platten aufeinander stoßen.

Neben den Truppen, die Präsident Susilo Bambang Yudhoyono in die Region schickte, flog am Donnerstag auch ein Team der Vereinten Nationen mit Hilfsgütern nach Sumatra.

Text: FAZ.NET mit Reuters
Bildmaterial: AFP, AP, REUTERS

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