23. Februar 2006 Snowboarderin Amelie Kober hat bei den Olympischen Winterspielen sensationell die Silbermedaille im Parallel-Riesenslalom gewonnen. Die 18jährige vom SC Miesbach mußte sich am Donnerstag in Bardonecchia erst im Finale der Schweizerin Daniela Meuli geschlagen geben. Bronze ging an Rosey Fletcher aus den Vereinigten Staaten.
Amelie Kober holte damit die dritte Medaille für deutsche Snowboarderinnen in der Olympia-Geschichte. 1998 in Nagano hatten Nicola Thost Gold in der Halfpipe und Heidi Renoth ebenfalls Silber im Parallel-Riesenslalom gewonnen. Amelie Kober, die bislang im Weltcup lediglich einmal als Zweite in Sölden im Oktober 2005 auf das Siegerpodest gefahren war, entschädigte mit ihrem unerwarteten Erfolg die deutschen Snowboarder für ein bislang mäßiges Abschneiden bei den Turiner Winterspielen.
Trotz Sturz jubelnd über die Ziellinie
Ausgerechnet die Jüngste im Team wuchs über sich hinaus und verpaßte den Olympiasieg nur wegen eines Sturzes im letzten Finallauf. Zuvor hatte die Polizeimeisteranwärterin mit erstaunlicher Lockerheit den Medaillenrang herausgefahren. Schon zur Mittagszeit hatte sie in Qualifikations- und Eliminationslauf überrascht und die fünftbeste Zeit erzielt. Ihr Trainer Uwe Beier hatte Platz acht als Ziel für die jüngste Athletin im Teilnehmerfeld ausgegeben.
Dann schaltete sie die Niederländerin Nicolien Sauerbreij trotz eines Sturzes im ersten Lauf noch um 0,03 Sekunden aus, und auch gegen Vize-Weltmeisterin Swetlana Boldikowa aus Rußland kam sie im Viertelfinale mit hauchdünnem Vorsprung von 0,07 Sekunden ins Ziel. Im Halbfinale profitierte Amelie Kober dann von zwei Stürzen der Österreicherin Doris Günther. Im Finale verpatzte sie im ersten Durchgang den Start. Die 0,21 Sekunden Rückstand schienen im zweiten Lauf wieder aufgeholt, als sie dann stürzte und der Favoritin aus der Schweiz doch den Vortritt lassen mußte. Dennoch fuhr der Teenager jubelnd über die Ziellinie.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb, REUTERS
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