FAZ.NET-Spezial

Bayern hebt ab - Stuttgart bricht ein

Ze Roberto richtet seinen Dank nach dem Treffer gegen Nürnberg nach oben

Ze Roberto richtet seinen Dank nach dem Treffer gegen Nürnberg nach oben

07. Oktober 2007 Der hohe Favorit marschiert, Bayern München enteilt dem Rest der Fußball-Bundesliga. Nach dem 3:0-Erfolg am Sonntag im bayerisch-fränkischen Derby gegen den 1. FC Nürnberg durch Treffer von Luca Toni (31./81. Minute) und Zé Roberto (40.) hat der Rekordmeister an der Tabellenspitze bereits fünf Zähler Vorsprung auf das Überraschungsteam von Aufsteiger Karlsruher SC. Pokalsieger Nürnberg bleibt Vorletzter. Im zweiten Sonntags-Spiel besiegte Eintracht Frankfurt Bayer Leverkusen 2:1. Sotirios Kyrgiakos (54./79.) war Doppel-Torschütze für die Hessen, die sich vor Leverkusen auf Rang sieben schoben. Für Bayer glich Lukas Sinkiewicz aus (72.).

Der Meister schwächelt, ein Neuling triumphiert - auch nach dem 9. Spieltag sorgt ein Blick auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga für Verwunderung. Ausgerechnet der vor der Saison als Abstiegskandidat gehandelte Karlsruher SC bleibt dem Top-Favoriten aus München auf den Fersen.

Mit einem überraschenden 2:0-Erfolg beim bisher ungeschlagenen Zweiten FC Schalke schlüpften die Himmelsstürmer von Trainer Edmund Becker vor der anstehenden Länderspielpause gar in die Rolle der Bayern-Jäger. Von einer solchen Erfolgsstory kann der VfB Stuttgart dagegen nur träumen. Spätestens mit dem 0:2 gegen Hannover ist der Meisterrausch verflogen. „Keine Frage, wir stecken in einer Krise“, bekannte VfB-Trainer Armin Veh.

Stuttgart und Schalke leiden unter Terminhatz

Von der Illusion, dass die Schwaben erneut um den Titel mitspielen, ist wenig geblieben. Wie die erste Heimniederlage seit dem 26. August 2006 verdeutlichte, tut sich die Mannschaft mit der Doppelbelastung in Champions League und Meisterschaft schwer. Knapp fünf Monate nach dem Titelgewinn wird die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit immer größer. Nicht nur der dürftige Punktestand, auch die wachsende Personalnot gibt zu denken. „Am sinnvollsten wäre es, die würden alle hier bleiben“, sagte Veh mit Blick auf die Abstellung seiner zahlreicher Nationalspieler für die anstehenden A- und U 21-Länderspiele.

Nicht nur der VfB zahlte einen hohen Preis für die zurückliegende Terminhatz. Die siebte Partie in drei Wochen kostete auch Schalke wichtige Punkte. Im Spitzenspiel gegen Karlsruhe ging nach zuvor drei Bundesliga-Siegen ohne Gegentor die Puste aus. Nach dem zweiten Tor von Christian Timm (83.) verließen viele heimische Fans fluchtartig das Stadion. Begleitet von den Jubelgesängen der KSC-Anhänger, die den wundersamen Höhenflug und den vierten Auswärtssieg ihres Teams stürmisch feierten. Trainer Edmund Becker schüttelte ungläubig den Kopf: „Es ist für uns ein absoluter Traumstart. Wenn mir einer das vorher gesagt hätte, hätte sich gesagt, der leidet an Größenwahn.“

Van der Vaart auf Seelers Spuren

Anders als Stuttgart und Schalke hielt sich der dritte deutsche Champions-League-Teilnehmer aus Bremen schadlos. Vier Tage nach der bitteren Heim-Niederlage gegen Olympiakos Piräus genügte eine mäßige Leistung, um sich auf den dritten Tabellenplatz zu verbessern. „Heute hatten wir das Glück, das uns gegen Piräus fehlte“, befand Nationalspieler Thorsten Frings. Mehr noch als über den Auftritt der Bremer wurde über Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer und MSV-Angreifer Ailton diskutiert. Der Unparteiische zog sich mit seinen allerdings korrekten Platzverweisen gegen Pablo Caceres und Blagoy Georgiew den Unmut der Duisburger Fans zu. Daran konnte auch der umjubelte erste Bundesliga-Treffer des ehemaligen Bremers Ailton seit 538 Tagen zum zwischenzeitlichen 1:1 nichts ändern.

Für den vierten Auswärtssieg des Spieltages sorgte der Hamburger SV. Die Weigerung der Vereinsführung, zu Saisonbeginn dem Wechsel von Rafael van der Vaart zum FC Valencia nach Spanien zuzustimmen, machte sich erneut bezahlt. Mit seinem Siegtor zum 1:0-Erfolg bei Arminia Bielefeld stellte der Niederländer Uwe Seelers Rekord aus der Saison 1963/64 ein. Das HSV-Idol hatte damals in sieben Punktspielen in Serie getroffen. „Das ist natürlich eine große Ehre, er war ein ganz großer Stürmer“, sagte van der Vaart.

Ein lange vermisstes Erfolgserlebnis feierte der VfL Wolfsburg. Dank Joker Edin Dzeko glückte der erste Heimsieg seit April. Der von Trainer Felix Magath in der 53. Minute eingewechselte Angreifer aus Bosnien sorgte kurz vor Schluss für das 1:0 über Hansa Rostock. Ein ähnliches Happy End blieb Hertha BSC im Duell mit Cottbus dagegen verwehrt: In der 90. Minute jagte Torjäger Marko Pantelic einen zweifelhaften Foulelfmeter beim Stand von 0:0 an die Latte.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, REUTERS

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FC Bayern

Einsame Spitze

Mann der Stunde: Luca Toni

Die Münchner sind schon nach neun Bundesliga-Spieltagen das Maß aller Dinge. Mannschaften, die zunächst als Herausforderer galten, sind keine Konkurrenten mehr. Auch Gegner wie Nürnberg applaudieren voller Anerkennung.

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Im Stile eines angehenden Meisters hat Bayern München seine Spitzenposition behauptet. Der deutsche Rekordmeister besiegte den 1. FC Nürnberg nach kurzen Anlaufproblemen mit 3:0 und geht mit einem Polster von fünf Punkten in die Länderspielpause.

Bayer Leverkusen

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Nach dem 1:2 in Frankfurt beruhigten sich die Gemüter der Verantwortlichen von Bayer Leverkusen nur langsam. Doch es ging dabei nicht um die eigene Leistung, sondern um die der Schiedsrichter. Bernhard Böth über den Lärm um einen Pfiff. Von Bernhard Böth, Frankfurt

Bundesliga-Kommentar

Rhythmusstörung und Himmelssturm

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Zu Recht bittet Armin Veh, der auch als Meistertrainer nicht zum Überschwang neigte, in Stuttgart um Ruhe. Seinem Kader geht es schlecht genug. Da tut ein Stück Kontinuität in Person des sportlichen Leiters gut, meint Roland Zorn.

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Freunde werden Jens Lehmann und Oliver Kahn sicherlich nicht mehr. Nun unterstrich der Nationaltorwart einmal mehr seine Abneigung gegenüber dem einstigen Konkurrenten. Auch Arsenal-Rivale Almunia bekam sein Fett weg.

VfB verliert gegen Hannover

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Der VFB Stuttgart steckt in der Krise. Die Spieler sind erschöpft, die Niederlagen häufen sich. „Der Akku ist leer, die Kraft fehlt“, sagte Stürmer Mario Gomez nach dem 0:2 gegen Hannover. Aber frische Profis sind nicht in Sicht.

Zweite Liga

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Mönchengladbach hat den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga fest im Visier. Dank eines 5:0 in Koblenz kletterte der Erstliga-Absteiger an die Tabellenspitze der zweiten Liga. Kaiserslautern gelang gegen Osnabrück der erste Saisonsieg.

0:2 gegen Karlsruhe

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Die Schalker Niederlage hat nicht nur bei Jones Spuren hinterlassen

Der Karlsruher SC hat auch die Hürde Schalke 04 genommen und ist nun erster Jäger von Bayern München. Der Aufsteiger gewann bei den Königsblauen 2:0 und verdrängte die Schalker von Platz zwei.

3:1 gegen Duisburg

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Und wieder trifft Sanogo für Bremen

Werder Bremen hat seine Aufholjagd fortgesetzt und sich zugleich drei Tage nach der 1:3-Heimschlappe in der Champions League gegen Olympiakos Piräus ein wenig rehabilitiert. Die Hanseaten gewannen bei Aufsteiger MSV Duisburg 3:1.

1:0 in Bielefeld

HSV siegt dank Serientäter van der Vaart

Hamburgs Bester: Rafael van der Vaart

Mit seinem siebten Saisontor hat Rafael van der Vaart den Hamburger SV in die Spitzengruppe etabliert. Der niederländische Kapitän erzielte beim 1:0 der Hanseaten bei Arminia Bielefeld das Tor des Tages.

0:0 gegen Cottbus

Auch ein Elfmeter reicht Hertha nicht zum Sieg

Pantelic nach dem verschossenen Elfmeter

Energie Cottbus blieb auch im zweiten Spiel unter Trainer Bojan Prasnikar ungeschlagen, verpasste jedoch den ersten Saisonsieg. Die Lausitzer erkämpften sich in einem niveauarmen Berlin-Brandenburg-Derby bei Hertha BSC ein 0:0.

1:0 gegen Rostock

Erster Heimsieg für Magath

Edin Dzeko feiert mit den Wolfsburger Fans

Dank Edin Dzeko hat der VfL Wolfsburg seinen ersten Heimsieg in dieser Saison gefeiert. Der Bosnier traf in der 89. Minute für die „Wölfe“ und sicherte den 1:0-Erfolg gegen Hansa Rostock.

2:1 gegen Bochum

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Mehr Biss als zuletzt: Tinga und der BVB

Dortmund feierte beim 2:1 gegen Bochum mit einem überragenden Vorkämpfer Dede an der Spitze aus der größten Not heraus die Wiederkehr ihrer Urtugenden. „Die Mannschaft“, lobte Chefkritiker Zorc, „hat eine enorme Willensleistung gebracht.“

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