Doping

GSG-9-Einsatz gegen Anabolika-Dealer

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29. August 2006 Bei einer Großrazzia in mehreren Bundesländern und in Polen hat die Polizei am Dienstag eine mit illegalem Anabolika handelnde Organisation zerschlagen. Insgesamt seien 52 Orte in Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Polen durchsucht worden, sagte der Leitende Kriminaldirektor beim Berliner Landeskriminalamt (LKA), Uwe Schmidt, am Dienstag.

An der Aktion unter Führung des Berliner LKA waren 240 Beamte beteiligt. Zehn Verdächtige, darunter die vier Anführer, wurden festgenommen. Gegen acht der Personen wurde ein bereits bestehender Haftbefehl vollstreckt. An den Durchsuchungen im Umfeld von Fitness-Studios waren auch Beamte der Eliteeinheit GSG 9 beteiligt, da die Verdächtigen bewaffnet seien, sagte ein Polizeisprecher. Auch das Zollfahndungsamt beteiligte sich. Der Kopf der Bande, der 30jährige Boris K., konnte in Polen festgenommen werden.

Schwerpunkt Berlin

Beamte führen in Berlin einen Verdächtigen ab

Beamte führen in Berlin einen Verdächtigen ab

Im Verlauf der Razzia mit den Schwerpunkten Berlin und Hannover stellte die Polizei auch mehrere Autos sicher, in denen die aus Thailand und anderen Ländern stammenden Arzneimittel hauptsächlich über Deutschland nach Skandinavien transportiert werden sollten. Außerdem wurde Bargeld in Höhe von 70.000 Euro gefunden. Wie viel Geld aus dem illegalen Handel auf Bankkonten liege, sei noch unklar, sagte Schmidt. Die Beschuldigten müssen nun mit einer Anklage wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Verstoßes gegen das Arzneimittel- und des Betäubungsmittelgesetzes rechnen (Siehe auch: Straftatbestand „Sportbetrug“ abgelehnt).

Thorsten Cloidt von der Berliner Staatsanwaltschaft betonte, daß durch den illegalen Handel mit Anabolika sehr viel Geld verdient werden könne. So würden 1000 Einheiten in Thailand rund 35 Euro kosten und in Deutschland für rund 350 Euro weiter verkauft. Die seit rund drei Jahren andauernden Ermittlungen hätten sich als äußerst schwierig erwiesen, sagte Cloidt. So seien Drohungen gegen Aussteigewillige ausgesprochen worden. Fast alle hätten geschwiegen, fügte er hinzu. Im Herbst vergangenen Jahres seien die Ermittlungen dann bei der Berliner Staatsanwaltschaft intensiviert worden.

Ware sofort weiterverkauft

Eine größere Menge an Arzneimitteln konnte die Polizei nicht sicherstellen. „Es wurden keine großen Vorräte gehalten“, sagte Schmidt. Die Beschuldigten hätten eine fast „ökonomische Betrachtungsweise“ gezeigt und die Ware sofort weiterverkauft. Nach Angaben Schmidts gibt es derzeit keinerlei Hinweise auf einen Zusammenhang mit der spanischen Dopingaffäre, in die Jan Ullrich und andere prominente Radfahrer verwickelt sind.

Bei Anabolika geht es um muskelbildende Präparate, während es bei dem spanischen Dopingskandal vor allem um Wachstumshormone und manipuliertes Blut und andere Dopingmittel geht.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa, AP
Bildmaterial: ddp, dpa, picture-alliance / dpa/dpaweb, Reuters

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