Fußball

HSV bleibt hart, Valencia gibt nach

Von Frank Heike, Hamburg

Er wird das HSV-Trikot noch länger tragen: Rafael van der Vaart

Er wird das HSV-Trikot noch länger tragen: Rafael van der Vaart

22. August 2007 Als der FC Valencia am Dienstag sein Angebot plötzlich auf 22 Millionen Euro erhöhte, schien noch einmal Bewegung in den Transferstreit um Rafael van der Vaart zu kommen. Doch der Hamburger SV blieb bei seiner Haltung: schon nach dem ersten Angebot in Höhe von 14 Millionen Euro hatten der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann und Sportchef Dietmar Beiersdorfer abgelehnt, den 24 Jahre alten Holländer zu verkaufen.

Am Mittwoch nun berichtete Beiersdorfer von einem Schreiben der Spanier. „Sie teilen uns mit, dass sie nicht absichtlich Unruhe in unseren Verein bringen wollen“, erzählte der Sportchef, „sie schreiben, dass sie an dem Spieler interessiert sind, akzeptieren aber unsere Aussagen und werden ihr Interesse an van der Vaart zurückziehen.“ So also geht der HSV nach dem zehn Tage währenden Theater um seinen Star auf dem Absprung als Sieger aus dieser Affäre hervor.

Gewinner Beiersdorfer

Vor allem Beiersdorfer kann sich als Gewinner fühlen - auch in eigener Sache: im Herbst entscheidet der Aufsichtsrat, ob der im März 2008 auslaufende Vertrag mit ihm verlängert wird. Die Chancen dürften durch die starre Haltung des Sportchefs gestiegen sein. Denn der Räte-Chef Horst Becker lobte: „Beiersdorfer hat in der Krisen-Geschichte einen tollen Job gemacht. Der HSV hat sich blendend dargestellt. Es ist für die ganze Liga wichtig, dass sich ein Verein nicht erpressen lässt.“ Rafael van der Vaart hat beim HSV einen Vertrag bis 2010, könnte aber im Sommer 2009 für eine feste Ablöse von 1,5 Millionen Euro wechseln. Folglich wäre der Sommer 2008 das letzte Datum für den HSV, um bei einem Verkauf richtig zu kassieren.

Auch der Sportchef Valencias, Miguel Angel Ruiz, musste am Ende zugeben, sich an Beiersdorfer die Zähne ausgebissen zu haben. „Der HSV ließ sich auf keine Verhandlungen ein. Er wollte den Spieler nicht abgeben. Am Geld hat es nicht gelegen“, sagte Ruiz. Der FC Valencia soll nun am Niederländer Ibrahim Afellay von Meister PSV Eindhoven interessiert sein.

Nachdem van der Vaart am Sonntag beim 1:0 gegen Leverkusen eine starke Leistung gezeigt hatte, gab es am Mittwoch vereinzelte Kritik aus der Mannschaft an seinem Verhalten. Doch insgesamt überwog die Erleichterung, den Kapitän und Spielmacher vorerst nicht zu verlieren. „So ein Chaos braucht die Mannschaft nicht“, sagte Nigel de Jong, „aber wir brauchen Rafael und stehen hinter ihm.“

Schon am Sonntag hatte sich abgezeichnet, dass die HSV-Bosse das Thema schnellstens beenden wollen. „Man muss auch Sachen hinter sich lassen können“, sagte Beiersdorfer am Mittwoch. Van der Vaart versprach, in seiner wohl letzten Saison in Hamburg alles zu geben. Doch ab sofort wird er nur noch eine professionelle Haltung zu Stadt und Arbeitgeber haben. Die Liebesbeziehung ist beendet.

Text: FAZ
Bildmaterial: ddp

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