Leichtathletik-WM

Eigentlich ist der „König“ aus Tschechien nicht zu schlagen

Bester Dinge: Roman Sebrle

Bester Dinge: Roman Sebrle

09. August 2005 Dem „König“ der Leichtathletik fehlt noch die letzte Krönung. Olympiasieger, Europameister, Hallen-Weltmeister und Weltrekordler ist Roman Sebrle schon, bei der Leichtathletik-WM in Helsinki will der Tscheche nun endlich auch deb Weltmeistertitel im Zehnkampf gewinnen. „Der Olympiasieg von Athen war schon ein Traum. Aber dieser Titel fehlt mir noch, und deshalb will ich ihn unbedingt“, sagte der 30 Jahre alte Tscheche, der sich bei einem Testwettkampf am Donnerstag in Pardubice in starker Form präsentierte: „Ich gehe mit sehr guten Gefühlen in diesen Wettkampf.“

Seinen Platz in den Geschichtsbüchern der Leichtathletik hat Sebrle sicher, seit er in der Nacht zum 10. August 2001 in Götzis mit 9026 Punkten als erster und bis heute einziger Athlet die 9000er-Marke knackte. Daran, daß er in Finnland die letzte Lücke in seiner eindrucksvollen Erfolgsbilanz schließen wird, zweifeln die wenigsten.

Unter normalen Umständen unschlagbar

7,86 Meter - keiner sprang weiter

7,86 Meter - keiner sprang weiter

„Ich denke, daß Roman gewinnt. Er ist mit Abstand der Stärkste“, sagt die Schwedin Carolina Klüft, die sich in Helsinki bereits ihr zweites Siebenkampf-Gold holte. Seoul-Olympiasieger Christian Schenk glaubt ebenfalls fest an den Tschechen: „Er ist technisch überragend und unter normalen Umständen unschlagbar.“

Auch der einzige deutsche Teilnehmer, Andre Niklaus aus Berlin, rechnet mit Sebrle: „Roman ist der klare Favorit. Wenn ihn jemand gefährden kann, dann wohl höchstens Bryan Clay. Bei Sebrles Olympiasieg von Athen kam der Amerikaner auf 8820 Punkte und mußte sich nur mit 73 Zählern Rückstand geschlagen geben.

Deutsche Hoffnungen ruhen auf Andre Niklaus

Niklaus war für Athen nicht qualifiziert, diesmal ruhen alle Hoffnungen auf ihm. „Als einziger deutscher Starter steht er schon unter Druck. Daß wir als Land mit solch großer Zehnkampf-Tradition nur einen Achttausender-Athleten haben, ist ohnehin furchtbar“, meint Schenk: „Aber ich traue ihm durchaus etwas zu.“ Der zweimalige Junioren-Europameister spekuliert auf 8200 Punkte. „Wenn ich Rang acht von Paris wiederholen könnte, wäre das prima. Ich will unbedingt in den Leistungskader für die Olympischen Spiele in Peking, um meine Trainingslager nicht mehr selbst finanzieren zu müssen, so Niklaus.

Insgesamt fühlt sich der Dreiundzwanzigjährige in guter Verfassung. Lediglich zwei äußere Umstände behindern ihn. Das Bett im Athletendorf ist ihm mit 80 Zentimeter nicht breit genug, „da drohe ich dauernd rauszufallen, ich schlafe kaum“. Außerdem ließe das Essen so sehr zu wünschen übrig, „daß ich Angst habe, als schmalster Zehnkämpfer aller Zeiten in die Geschichte einzugehen“.

Text: FAZ.NET mit Material von sid.
Bildmaterial: AP, picture-alliance/ dpa/dpaweb, REUTERS

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