Gustav Seibt hat ein beeindruckendes Porträt der napoleonischen Ära verfasst

Schöne Literatur in diesem Herbst

Der Provinz verschrieben

Große Männer haben diesen Herbst in der Belletristik wenig zu lachen, während sie in der Ratgeberabteilung die Keule schwingen. Mit der DDR wird anlässlich des zwanzigsten Jubiläums ihres Untergangs abgerechnet: Die Trends in der Literatur. Von Oliver Jungen

Neue Sachbücher in diesem Herbst

Unter Erfolgszwang

Rolf Stürner hat die Finanzkrise vor ihrem Eintreten vorweggenommen und in seinem Buch einer Analyse unterzogen. Darwins Doppeljubiläum, das Imperium Googles und die Kunst, wie man ohne Selbstdisziplin weiterkommt: die Themen der Sachbücher dieses Herbstes. Von Helmut Mayer

Christian Kracht: Ich werde hier sein...

Ein schöner Albtraum ist sich selbst genug

Christian Kracht ist der abgebrühteste Waffenlose, den die Militärschriftstellerei je erlebt hat: Mit seinem Historienspiel „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ baut er ein Buch gegen die Geschichte als solche. Von Dietmar Dath

Aravind Adiga

Booker-Prize

Triumph für den Tiger

Aravind Adiga ist der diesjährige Träger des Man-Booker-Preises, der renommiertesten Auszeichnung des britischen Literaturbetriebs. Der 1974 in Madras geborene Schriftsteller wird für seinen Erstlingsroman „Der weiße Tiger“ geehrt. Von Gina Thomas, London

Jhumpa Lahiri: Einmal im Leben

Dass die Wellen kommen und gehen

„Einmal im Leben“ ist nicht nur eine Geschichte der Liebe, wie der Untertitel der deutschen Ausgabe suggerieren möchte, sondern mehr noch eine des Abschieds und der Wiederkehr. Ein Meisterwerk der brillanten Bilder und der prismatischen Architektur. Von Julia Franck

Heinz Strunk: Die Zunge Europas

Einsamkeit hat viele Namen

Kein richtiges Leben im falschen: Heinz Strunk hat sich mit seinem zweiten Roman „Die Zunge Europas“ Zeit gelassen und erzählt von der negativen Schöpfungsgeschichte einer als zutiefst desolat erlebten Gegenwartsexistenz ohne Anfang und Ende. Von Edo Reents

Jan Koneffke: Eine nie vergessene Geschichte

Wie kommt Großvater ins Goggomobil?

Im Porträt einer Familie spiegelt sich das Antlitz einer Epoche wider. Ein Panorama der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zeigt Jan Koneffke mit „Eine nie vergessene Geschichte“ auf. In einer stilistische Brillanz, die wie mit leichter Hand hingeworfen wirkt. Von Oliver Jungen

Alles, was man tut, sollte den anderen angehen: Szene aus Jean-Luc Godards “Die Verachtung“ mit Brigitte Bardot und Michel Piccoli

Niklas Luhmann über die Liebe

Ist die Liebe etwa ein Gefühl?

Nein, ein Gefühl ist sie nicht, die Liebe, sondern eine Gefühlsdeutung, die auf Kommunikation beruht, auf Büchern und Filmen etwa - sagt der Soziologe Niklas Luhmann in einem Buch aus dem Nachlass, das aus heutiger Sicht erstaunlich hellsichtig wirkt. Von Jürgen Kaube

Beim Verlassen des Rosengartens: George W. Bush

George W. Bush

Noch Fragen? Der Präsident möchte zu Mittag essen

Bob Woodwards viertes Buch über Präsident George W. Bush ist eine beklemmende Studie über das Versagen der Washingtoner Eliten, aber auch über das Versagen des Autors: Keiner traut sich was. Von Nils Minkmar

F.A.Z.-Fortsetzungsroman

Die letzte Messe - Folge 1

Ohne Rui Felipe Fernandez keine Zeremonie. Er soll den Preis der spanischen Gewerkschaftsorganisation ASP für linksengagierte Literatur entgegennehmen - und fehlt. Seine Spur lässt sich bis in eine Tiefgarage Madrids verfolgen. Auf der Rückbank liegt ein Kindle-E-Book, der letzte Benutzer hat den Satz markiert: „Dieses war der erste Streich, und der nächste folgt sogleich.“ Erster Teil unseres Buchmesse-Fortsetzungsromans.

Tellkamps Dresden: Der Weiße Hirsch wird bei ihm zur Nautilusmuschel

Literatur

Zeitverschiebung: Uwe Tellkamps Dresden

Wer wissen will, auf welchen Wegen die Wirklichkeit in die Literatur gelangt, muss mit Uwe Tellkamp durch das Dresdner Villenviertel Weißer Hirsch spazieren gehen. Wo er als Kind gespielt hat, spielt nun sein neuer Roman, der hochgelobte „Turm“. Von Andreas Platthaus