12. Oktober 2008

Commerzbank

Eine Bank als Arbeitgeber?

Von Margarete Hucht



Amelie Fürstner macht als Trainee PR für die Commerzbank.
05. Dezember 2005 
Amelie Fürstner hatte eigentlich nicht damit gerechnet, daß sie ihren Traumjob als PR-Frau ausgerechnet bei der Commerzbank verwirklichen könnte. Doch vor kurzem legte das Finanzinstitut Mitarbeitern ein Traineeprogramm für Unternehmenskommunikation auf, und die 28 Jahre alte Geisteswissenschaftlerin ergatterte einen Vertrag dafür. Inzwischen arbeitet sie am Hauptsitz in Frankfurt am Main im „Zentralen Stab Kommunikation".

Amelie Fürstner schüttelt den Kopf. Im Studium wäre ihr das bestimmt nicht in den Sinn gekommen: eine Bank als Arbeitgeber? „Ich habe mir vor allem Praktika in der Medienwelt gesucht", sagt sie, „und ein paar Jahre für die Bambi-Verleihung gejobbt". Das glamouröse Fernsehgroßereignis und andere Veranstaltungen des Burda-Verlags waren ihr festes, finanzielles Standbein während des Studiums an der Freien Universität Berlin. Nach einer Verlagslehre in Hamburg hatte sie sich dort für Kommunikationswissenschaft, Publizistik und Anglistik eingeschrieben.

Doch auch in den Semesterferien war die Studentin umtriebig und viel in Sachen Berufsplanung und Erfahrungen sammeln unterwegs. „Bei RTL Nord und Sat.1 habe ich gearbeitet und in der Redaktion des Magazins InStyle", erzählt sie. Da sie jedoch nicht Journalistin werden wollte, schnupperte Fürstner noch in einen Konzern hinein und machte als Praktikantin in der Unternehmenskommunikation des Tchibo-Konzerns Station. Das breite Spektrum der Kommunikationsaufgaben in der Industrie faszinierte sie sofort. Werbung, Sponsoring, Broschüren entwickeln, Veranstaltungen organisieren oder mit Journalisten sprechen, das alles passierte unter einem Dach. Damals sei ihr klar geworden, daß sie genau in diesen Bereich hinein wollte, sagt die heutige Trainee bei der Commerzbank in Frankfurt am Main.

In Kontakt mit dem Finanzinstitut kam sie auf dem Absolventenkongreß in Köln. Hier hatte Amelie Fürstner sich eigentlich ziemlich verloren unter all den Wirtschaftswissenschaftlern gefühlt. Doch einmal mehr bewährte sich ihr Engagement. Einen Aussteller nach dem anderen klapperte sie ab, um die Chancen für eine Medienfrau zu testen. Daß sich gerade die Commerzbank AG aufgeschlossen zeigte, sei ein Glücksfall gewesen, erzählt sie. „Der Personalerin am Stand gefiel ganz offensichtlich mein Lebenslauf, obwohl ich bis dato ziemlich unbeleckt von Betriebswirtschaftslehre und harten Finanzfakten war." Ein Treffer? Offenbar ja.

Die Commerzbank suchte nach Nachwuchskräften für die Unternehmenskommunikation. Wenig später wurde Fürstner zu einem zweitägigen Assessmentcenter nach Frankfurt am Main eingeladen. „Ich bin mit einigen Bedenken dorthin gefahren, weil ich dachte, da würde ausschließlich Bankwissen abgefragt", erzählt sie. Das Gegenteil sei der Fall gewesen. Sie habe sich keine Sekunde unwohl gefühlt, obwohl sie ja dort natürlich unter Beobachtung gestanden habe.

Gleich an ihrem ersten Tag nahm sie an einer Redaktionskonferenz teil.

Das Programm während der Auswahltage war umfangreich. Auf Gruppendiskussion folgten Rollenspiele. „Wir wurden in typische Banksituationen versetzt, sei es in ein Kunden- oder Beschwerdegespräch. Außerdem mußten wir im Rahmen der Rollenspiele Produkte für die Bank entwickeln und die Lösungen am Flipchart präsentieren", erinnert sich Fürstner. „Am Schluß gab es ein gutes und ausführliches Feedback." Geachtet wurde etwa darauf, ob sie „Ideen verkaufen" konnte oder wie es um ihre Serviceorientierung, Kontaktfreudigkeit und Überzeugungsfähigkeit stand. Amelie Fürstner bekam eine Empfehlung und wenig später einen Vertrag als sogenannte „Trainee Spezialistin Unternehmenskommunikation" - eine noch neue Ausbildungsform bei der Commerzbank. Denn neben den klassischen „Bank-Trainees" mit Fokus auf dem Privat- und Firmenkundengeschäft sowie auf Aufgaben in der Zentrale etwa im Bereich Bilanzen und Steuern, Recht oder Konzernentwicklung, die etwa 200 Absolventen pro Jahr durchlaufen, hat die Commerzbank AG zwei „Kommunikations-Traineeprogramme" aufgelegt. So wird Amelie Fürstner im Bereich Public Relations eingesetzt, eine Trainee-Kollegin unterstützt den Bereich Werbung.

Was hat sich für Amelie Fürstner seitdem geändert? „Ich habe gemerkt, daß mir Wirtschafts- und Finanzthemen riesigen Spaß machen", sagt sie. Gerade hat sie eine „Mini-Banklehre" in zwei Commerzbank-Filialen hinter sich, bei der sie durch ihre Mitarbeit am Schalter und in der Kundenberatung einen hautnahen Eindruck vom Bankgeschäft gewonnen hat. Zwei Monate lang arbeitete sie an der Seite erfahrener Bankkaufleute, zwei Monate im Service und in der Privatkundenberatung.

Die Publizistin hat mittlerweile ihren Arbeitsplatz in die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main verlegt. Gleich an ihrem ersten Tag nahm sie an einer Redaktionskonferenz teil. Am Tisch der Planungskonferenz für das Commerzbank Journal saßen gut ein Dutzend Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichen Fachabteilungen der Bank, außerdem die Verantwortlichen der Agentur, die das Online-Magazin Commerzbank Journal für das Finanzinstitut betreut. Amelie Fürstner soll die Verantwortung für das Magazin, das zweimonatlich im Internet erscheint, demnächst „als eigenes Projekt" übernehmen. Zur Zeit wird sie noch von der zuständigen Projektleiterin in alle redaktionellen Belange eingearbeitet.

Und auch in andere Projekte wird die Nachwuchskraft bereits eingebunden. „Die Commerzbank ist auf Öko- und Sozialsponsoring spezialisiert", erklärt Amelie Fürstner. „So begleiten wir bestimmte Aktionen - etwa das Praktikum für die Umwelt' mit der Erstellung von Informationsmaterialien. Denn jährlich stellt die Commerzbank etwa 50 Studierenden einen bezahlten Praktikumsplatz in den deutschen Nationalparks zur Verfügung." Auch das „Ehrenamt im Sport" ist ein weiteres Projekt des Bereichs Public Relations. Mit diesem Projekt unterstützt die Commerzbank gemeinsam mit dem Deutschen Sportbund die ehrenamtlich in deutschen Sportvereinen tätigen Menschen, unter anderem mit einem Internet-Portal. Es gibt viel zu tun. Amelie Fürstner freut sich darauf.

WER WIRD GESUCHT?
Die Commerzbank sucht vor allem Absolventen der Wirtschaftswissenschaften, aber auch Wirtschaftsingenieure, Wirtschaftsmathematiker und Wirtschaftsinformatiker. Einstellungskriterien sind ein „überdurchschnittliches Gesamtbild", ein gutes theoretisches Fundament und erste praktische Erfahrungen. Serviceorientierung und Mobilität werden vorausgesetzt. Je nach Traineeprogramm sind Auslandseinsätze möglich, sofern entsprechende Sprachkenntnisse nachgewiesen werden können. Ein Traineeprogramm bei der Commerzbank AG dauert in der Regel 12 bis 18 Monate.

Bewerbungen werden ausschließlich online entgegengenommen:
http://www.commerzbank.de/karriere

Weitere Informationen:
Tel.: 0 18 02/80 20 40
personaldirekt@commerzbank.com



Die Commerzbank ist ein Partnerunternehmen von hochschulanzeiger und dem Online-Stellenportal Jobstairs - www.jobstairs.de.

Text: Hochschulanzeiger Nr. 81, 2005
Bildmaterial: privat