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| Te-Hua Leo setzt bei Synited virtuell Flugzeuge zusammen. |
05. Dezember 2005
Nicht nur an kleinen Rädchen drehen, sondern möglichst an der gesamten Konstruktion eines Flugzeugs beteiligt sein: Mit diesem Ziel hat sich Luft- und Raumfahrtingenieur Te-Hua Leo Cheok bei der Synited GmbH in Hamburg beworben. Als Projektmanager ist er nun für den Zusammenbau kompletter Flugzeuge verantwortlich - wenn auch nur virtuell.
Schon Einsteiger lernen bei der Synited GmbH mehr Unternehmensbereiche und damit Aufgaben kennen, als das bei vielen anderen Unternehmen möglich ist. Für den Luft- und Raumfahrtingenieur Te-Hua Leo Cheok einer der wesentlichen Gründe, sich direkt nach dem Diplomabschluß bei dem Hamburger Unternehmen zu bewerben, das seit Anfang des Jahres offiziell zu den zehn transnationalen strategischen Zulieferern des europäischen Flugzeugbauers Airbus gehört. Die im Mai 2004 gegründete Ingenieur-Diensteistungsgesellschaft umfaßt die Firmen 3D ConTech, Bishop, Nedtech, GECI und P3 - Digital Services.
Bei P3 - Digital Services arbeitet Te-Hua Leo Cheok seit gut einem halben Jahr als Projektmanager. Jedes der Unternehmen habe seine individuellen Stärken in den Bereichen Konstruktion, Projektmanagement, Statik, Berechnung und Entwicklung, und durch die intensive Zusammenarbeit könnten Synergieeffekte optimal genutzt werden, erklärt der 32jährige Ingenieur. Wir geben gemeinsam ein Angebot an Airbus ab, während das Projekt intern je nach Anforderungen und Kompetenzen klar den einzelnen Unternehmen zugeordnet wird." Nur so könne man mit der Großindustrie auf Augenhöhe" zusammenarbeiten. Und das ist für die Mandate, die Te-Hua Leo Cheok übernimmt, auch eine entscheidende Voraussetzung: Mein Verantwortungsbereich ist eine Form ingenieurwissenschaftlicher Veredelung, wie sie von nur wenigen auf der Welt beherrscht wird", erklärt er.
Die originäre Aufgabe von Te-Hua Leo Cheok und seinen etwa 60 Kollegen bei P3 - Digital Services ist es, das Überführen zweidimensionaler Bauunterlagen in ein dreidimensionales rechnergestütztes Modell zu koordinieren. Auf diese Weise werden Probleme etwa mit der Paßgenauigkeit bereits im Rechner erkannt und nicht - wie vormals bei zweidimensionalen Plänen üblich - erst dann, wenn ein fertiges Bauteil eingebaut werden soll.
De facto mache ich genau das, was ein Ingenieur machen will: ein Flugzeug zusammensetzen.
Bei der Umsetzung der Projekte arbeitet P3 - Digital Services mit externen Betrieben und hier vor allem mit CAD-Zeichnern zusammen. Je nach Projekt sind es bis zu 30 Mitarbeiter, die einzelne Modelle dreidimensional virtuell nachbauen. Diese müssen koordiniert und ihre Arbeit kontrolliert werden - unter anderem von Te-Hua Leo Cheok. Das Ergebnis ist ein komplett aus virtuell konstruierten Einzelteilen aufgebautes Flugzeug beziehungsweise der Flugzeugrumpf eines A 330 oder A 340. Denn in Hamburg produziert Airbus nur dieses Teil - und beauftragt P3 - Digital Services beziehungsweise Synited entsprechend.
Alleine der Rumpf eines Airbus aber besteht aus 10.000 verschiedenen und rund 130.000 baugleichen Teilen: Schrauben, Schienen, Polsterungen gehören ebenso dazu wie Blechteile und Isolierungen. Die Zahl möglicher Fehler ist natürlich immens", erklärt Te-Hua Leo Cheok. Ich muß den Zeichnern sehr exakt beschreiben, was sie zu tun haben und muß darauf achten, daß Termine eingehalten werden und Notfallmaßnahmen ausarbeiten, falls ein Termin zu platzen droht." Wichtig sei zudem die Qualitäts- und Budgetkontrolle. Te-Hua Leo Cheok steht nicht nur den Zulieferbetrieben und Synited gegenüber in der Verantwortung, sondern auch Airbus. Zeitaufwand oder eine eventuelle Überschreitung des Budgets muß er ebenso verantworten wie eine mögliche Ungenauigkeit bei einem virtuellen dreidimensionalen Modell.
Derzeit ist Te-Hua Leo Cheok für zwei Projekte verantwortlich: hgw und MSN713. Bei hgw (high gross weight) gehe es darum, mit Hilfe von Simulation Systemgewicht einzusparen, damit das Flugzeug mehr Ballast aufnehmen kann. Maschinenseriennummer (MSN) 713 stehe für ein bislang einmaliges Projekt, nämlich das erste Flugzeug im sogenannten Long-Range-Programm, das zuerst komplett virtuell gebaut werden soll. Bei unseren vorhergehenden Aufträgen hatten wir immer mit Referenzprojekten gearbeitet, also Flugzeugen, die schon in der Luft waren", meint Te-Hua Leo Cheok. Gerade MSN713 zeige, daß die Aufgaben bei Synited mit dem Traumbild eines Luft- und Raumfahrtingenieurs gut vergleichbar sind. De facto mache ich genau das, was ein Ingenieur machen will: ein Flugzeug zusammensetzen. Ich bin von der ersten Schraube bis zum fertigen Rumpf dabei", sagt er. Und weil die Arbeit im virtuellen Raum stattfinde, geht alles so schnell, daß ich Idee, Konstruktion und Fertigung miterleben kann. Wir hier haben drei Monate gebraucht, um ein Flugzeug fast in Gänze zusammenzubauen", meint Te-Hua Leo Cheok. Auch wenn der Flieger zunächst nur im Rechner existiert: Das soll uns erst einmal einer nachmachen."
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Weitere Infos:
Die Synited GmbH
Die Synited GmbH ist eine Dachgesellschaft, die aus einem strategischen Zusammenschluß von Ingenieur-Dienstleistungsgesellschaften hervorgegangen ist. Gegründet im Juli 2004, beschäftigen die als Synited zusammengeschlossenen Unternehmen heute mehr als 400 Mitarbeiter. Das Leistungsportfolio umfaßt die Bereiche Konstruktion, Berechnung, Flugphysik, DMU, Suppliermanagement und Projektmanagement. Größter Partner ist zur Zeit die Luftfahrtindustrie mit Airbus als umsatzstärkstem Auftraggeber. Zusätzlich bedient Synited Kunden im Maschinenbau, dem Schiffsbau und der Automobilindustrie. Der Firmenhauptsitz liegt in Hamburg-Harburg. Bis Ende des Jahres sind weitere Standorteröffnungen vorgesehen. Europaweit ist Synited mit Büros ihrer Gesellschafter in Filton, Toulouse, Bukarest und Schiphol sowie in Asien vertreten.
P3 - Digital Services GmbH
P3 bietet Ingenieurdienstleistungen und übernimmt Großprojekt- sowie Lieferantenmanagement. Gesucht werden vor allem angehende Projektmanager, Technische Koordinatoren und Lieferantenmanager mit sehr guten Englischkenntnissen in Wort und Schrift. Für diese Bereiche werden derzeit jeden Monat zwei bis vier überdurchschnittlich qualifizierte Absolventen neu eingestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Absolventen aus den Bereichen Flugzeugbau sowie Luft- und Raumfahrttechnik. Mentorsysteme und ein intensives Training-on-the-job sollen für eine zügige Einarbeitung sorgen. Einsteiger können die Arbeit nicht nur in Hamburg, sondern auch im bayerischen Donauwörth und künftig auch in Stuttgart aufnehmen.