Statistisch gesehen verschrieben die hessischen Ärzte 2007 jedem gesetzlich Versicherten im Land 100 Tagesdosen an Psychopharmaka.Seelische Störungen sind in Hessen immer häufiger ein Grund für Arztbesuche und Fehlzeiten. Jede dritte Frau und jeder sechste Mann in Hessen wurde 2006 aufgrund einer psychischen Störung ambulant behandelt, wie die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen mitteilte. Die Kasse bezieht sich auf den TK-Gesundheitsreport und aktuelle Daten aus der Arzneimittel-Schnellinformation der Gesetzlichen Krankenversicherung.
Die hessischen Frauen sind von Depressionen, Überbelastungen und Angststörungen doppelt so häufig betroffen wie Männer. Bei den Männern werden andererseits Verhaltensstörungen durch Alkohol doppelt so oft diagnostiziert wie bei den Frauen, teilte die Kasse mit. Besonders betroffen waren Frauen zwischen 45 und 65 Jahren.
Mit über 140 Millionen Euro gehören Psychopharmaka mittlerweile zur umsatzstärksten Arzneimittelgruppe in Hessen, sagte Barbara Voß, Leiterin der Landesvertretung der Kasse. Statistisch gesehen verschrieben die hessischen Ärzte im vergangenen Jahr jedem gesetzlich Versicherten im Land durchschnittlich 100 Tagesdosen an Psychopharmaka. Im Jahr davor waren es noch 91 Tagesdosen, vor sechs Jahren lediglich 76 Tagesdosen gewesen.
Parallel dazu sind in Hessen in den letzten Jahren auch die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen gestiegen. Statistisch fehlte im Jahr 2000 jeder Erwerbstätigen knapp 1,2 Tage wegen einer solchen Diagnose, 2007 waren es 1,3 Tage gewesen.
Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa
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