Sponsoringaffäre

Jürgen Emig fristlos entlassen

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt beantragte Haftbefehl gegen Emig

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt beantragte Haftbefehl gegen Emig

14. Juli 2005 Der ehemalige Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, ist fristlos entlassen worden. Es handele sich um eine „Verdachtskündigung“, teilte der HR im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit. Sie stütze sich unter anderem auf den von der Staatsanwaltschaft Frankfurt erhobenen Verdacht, daß Emigs Ehefrau Atlanta Killinger-Emig stille Teilhaberin der Agentur von Emigs Vertrautem Harald Frahm, sei. Wie die Staatsanwaltschaft miteilt, hat Emig in der Schmiergeldaffäre ein Teilgeständnis abgelegt, in dem er auch seinen früheren Geschäftspartner Harald Frahm belaste.

Deshalb sei der Inhaber der Agentur SMP und Präsident des Deutschen Tanzsportverbandes in Haft genommen worden. Frahm würden nun neben Bestechlichkeit und Beihilfe zum Betrug noch Untreue und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Emig sitzt weiter in Untersuchungshaft, er soll weiter vernommen werden und zur Kooperation bereit sein.

Verdunklungsgefahr: Winfried Mohren

Verdunklungsgefahr: Winfried Mohren

Die beiden Beschuldigten seien am Mittwoch von den Anti-Korruptionsstaatsanwälten befragt worden. Emig und Frahm wird vorgeworfen, gemeinsam mit Emigs Ehefrau einen Teil von Produktionszuschüssen für sich behalten zu haben, die für bestimmte Sportübertragungen an den HR gezahlt werden sollten. Zu diesem Zweck sollen sie Agenturen zwischengeschaltet haben.

Beim MDR besteht der Verdacht ähnlicher Machenschaften, Sportchef Wilfried Mohren ist suspendiert und sitzt seit Donnerstag in Untersuchungshaft. Die sächsische Antikorruptionseinheit INES bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Leipziger Volkszeitung“. Mohren wurde am Morgen in seinem Haus in Leipzig-Markkleeberg festgenommen worden, berichtet die Zeitung in ihrer Freitagsausgabe. Es bestehe Verdunkelungsgefahr. Der MDR erklärte, der Sender setze alles daran, bei der Aufklärung des Falles zu helfen. Sollte sich der Tatverdacht gegen Mohren bestätigen, werde sich der Sender von ihm trennen.

Text: lüc., miha./F.A.Z., dpa, Reuters
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb

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