Rückschlag für EADS

Amerika in schlechtem Licht

Von Claus Tigges

19. Juni 2008 Das Verfahren um die Vergabe eines Milliardenauftrags für die Lieferung neuer Tankflugzeuge an die amerikanische Luftwaffe muss von neuem beginnen. Daran führt kaum ein Weg vorbei, nachdem die Rechnungsprüfer in Washington zu dem Ergebnis gekommen sind, dass dem Verteidigungsministerium schwere Fehler unterlaufen sind in der Entscheidung, dem europäischen Luftfahrtkonzern EADS und seinem amerikanischen Partner Northrop Grumman den Zuschlag zu erteilen.

Es ist ein schwerer, ärgerlicher Rückschlag für EADS, keine Frage. Ein Beweis dafür, dass hinter dem Bericht des General Accounting Office politische Interessen und eine Neigung zum Konkurrenten Boeing stecken, wird sich aber nur schwer führen lassen.

Reizthema nationale Sicherheit

Gleichwohl fügt sich die Wendung in diesem Fall in ein Bild, das Amerika in ein schlechtes Licht rückt: eine zunehmende Feindseligkeit gegenüber ausländischen Unternehmen dann, wenn unmittelbar oder auch nur mittelbar die nationale Sicherheit berührt wird.

Diese bittere Erfahrung haben nicht nur europäische, sondern auch Unternehmen aus Dubai und China gemacht. Der Wirtschaft gereicht dieser Protektionismus nicht zum Vorteil.

Text: F.A.Z.

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