Der Spionageskandal in Italien sollte von uns nicht ohne weiteres abgetan werden. Er führt uns drastisch vor Augen, wie weit die Überwachung und Ausspionierung der Bürger in einem demokratischen Staat schon jetzt geht. Und Italien ist da kein Einzelfall, selbst, wenn die Berichterstattung hierzulande oft diesen Eindruck erweckt. Was ist etwa mit dem amerikanischen Sicherheitswahn (z. B. Flugpassagierdaten) oder mit den deutschen Kontrolldateien von GEZ, Steuerfahndung, Polizei und anderen - ganz zu schweigen von der Videoüberwachung allerorten? Wir leben nicht auf einer Insel der Seligen, auch wenn wir es gerne so hätten. Anstatt uns über die Verstöße Anderer gegen den Datenschutz aufzuregen oder gar zu amüsieren, sollten wir uns lieber gegen die grassierende Datenklau- und Überwachungssucht unserer eigenen Behörden und Firmen wehren.