Zertifikate 1&1

Welches Zertifikate-Produkt für welchen Anlegertyp?

07. März 2007 Am Beginn der Suche nach einem geeigneten Zertifikat steht die Definition der Anlageidee. Hat man sich für einen Markt, eine Region, eine Aktie oder einen Rohstoff entschieden, dann folgt die Festlegung hinsichtlich des Produktes, mit dem man diese Idee am besten umsetzen kann.

Ein erfolgreicher Anleger sollte seine eigene Risikobereitschaft erkunden, um darauf basierend den besten Produktmix bestimmen zu können. Dabei könnte beispielsweise die Definition eines persönlichen Ertragsziels über einen bestimmten Zeitraum gleichzeitig aber auch der maximal verkraftbare Verlust festgelegt werden. Glücklicherweise bieten Zertifikate eine große Palette an unterschiedlichen Konstruktionen, angefangen bei relativ einfachen Index-Zertifikaten bis hin zu komplexeren Strukturen.

Selbstverständlich hat jeder Investor seine individuelle Risikoneigung, die von vielen Faktoren bestimmt und beeinflusst wird. Zur Erleichterung haben wir uns für eine Segmentierung in drei Gruppen entschieden. Anleger mit dem Risikoverhalten „Hoch“ nehmen für einen entsprechend hohen Ertrag beinahe jedes Risiko in Kauf und scheuen daher auch vor gehebelten Produkten nicht zurück. Gerade in diesem Risikosegment kann es zu Totalausfällen des investierten Kapitals kommen, weshalb wir maximal eine geringe Beimischung in ein gut diversifiziertes Portfolio als angemessen erachten. Faustregel: Je größer das Risiko eines Produktes, desto geringer sollte der Anteil im Portfolio sein.

Nicht zwangsläufig identische Risikoprofile in einer Produktgruppe

Ein Blick auf die Grafik zeigt, dass Hebelprodukte nur für Anleger mit entsprechend hoher Risikoneigung geeignet sind, während Index- Zertifikate - auf Grund ihrer 1:1 Nachbildung des Basiswerts - ein vergleichsweise geringeres Risiko beinhalten. Gemeinsam mit Zertifikaten, die eine partielle Absicherung bieten, eignen sich diese für Anleger mit Risikoneigung „Mittel“. Bei der Unterscheidung der Risikogruppen in „Hoch“, „Mittel“ und „Gering“ handelt es sich um eine sehr grobe Einteilung. Deshalb möchten wir darauf hinweisen, dass die Produkte einer Risikogruppe nicht zwangsläufig identische Risikoprofile aufweisen.

Grundsätzlich haben wir Produkte mit Hebeln dem riskanten Segment „Hoch“, solche mit partieller Risikoabsicherung bzw. Teilschutz in Klasse „Mittel“ und Instrumente mit starkem Risikoschutz und Kapitalgarantie unter „Gering“ klassifiziert.

Welches Produkt in welcher Marktphase?

Abhängig von der Phase in der sich der jeweilige Markt gerade befindet, können die Produkte in einer zweidimensionalen Matrix der jeweiligen Risikoneigung zugeordnet werden. So könnte ein ausgewogener Investor in einem Umfeld mit steigenden Kursen beispielsweise auf ein Bonus-Zertifikat zurückgreifen.

Welches Risiko-Ertrags-Profil weisen die einzelnen Produkte auf?

Gerade in Bezug auf Risiko-Ertragsüberlegungen spielt der Begriff Diversifikation eine Schlüsselrolle. Insbesondere bei Zertifikaten und unter Bedachtnahme der verschiedenen Wirkungsweisen bzw. Strukturen dieser Produkte, macht eine Beimischung zu bestehenden Positionen durchaus Sinn. Bei der Auswahl der unterschiedlichen Basiswerte muss unbedingt auf eine entsprechende Streuung geachtet werden, um nicht allzu viel Risiko in einem oder wenigen Einzelwerten zu konzentrieren.

Prinzipiell gilt auch bei Zertifikaten bzw. strukturierten Produkten: je höher der Ertrag, desto höher das Risiko. Für den ausgewogenen Investor, der auf eine gewisse Risikoabsicherung Wert legt, bieten sich auch hier wieder Bonus oder Discount-Zertifikate an. Konservative Anleger mit entsprechend langem Veranlagungshorizont werden dagegen eher auf eine Garantievariante zurückgreifen.

Text: Raiffeisen Research; @JüB
Bildmaterial: RZB Asset Allocation

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