Zertifikate 1&1

Klassifizierung der Produktgruppen im Zertifikate-Bereich

07. März 2007 Zertifikate sprießen wie Pilze aus dem Boden. Die Produktvielfalt bringt es mit sich, dass die Segmentierung der neu geschaffenen Produktgruppe bzw. die Namensgebung teilweise verwirrend ist. Vor allem bei der Namensgebung sind der Kreativität der Marketingprofis keine Grenzen gesetzt, was - zumindest aus Sicht der Investoren - durchaus zu Missverständnissen führen kann.

Grundsätzlich sollte aber festgehalten werden, dass vor allem die gängigen Produkte wie Bonus-, Discount- oder Index- Zertifikate von der Mehrzahl der Emittenten auch als solche bezeichnet werden. Bei spezielleren Konstrukten ist es hingegen durchaus ratsam den Zeichnungsprospekt etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Unterschied zwischen Produktgruppen liegt im Kapitaleinsatz

Grundsätzlich lassen sich zu diesem Zweck zwei Produktgruppen für derivative Instrumente definieren. Unter dem Überbegriff Hebelprodukte finden sich klassische Optionsscheine, Knock-Outs aber auch exotische Produkte, während sich die Kategorie der Anlageprodukte u.a. aus Index-, Bonus-, Disount-Zertifikaten sowie kapitalgarantierten Zertifikaten zusammensetzt.

Die grundsätzliche Unterscheidung der beiden Segmente besteht im Kapitaleinsatz der jeweiligen Produktgruppe. Bei gehebelten Produkten ist ein im Vergleich zum Erwerb des Basiswertes geringerer Kapitaleinsatz erforderlich, um eine Strategie umzusetzen. Damit steigen sowohl Chancen als auch Risiken des entsprechenden Investments.

Wer sich für ein Hebelprodukt entscheidet, muss sich der Konsequenzen bis hin zum Totalverlust bewusst sein. In diesem Zusammenhang fällt häufig der Begriff Turbo, unter dem Produkte wie Turbo-Optionsscheine, Turbo-Zertifikate, Turbo-Long/Short-Zertifikate, Bull- und Bear- Zertifikate sowie Mini-Future-Zertifikate subsumiert werden.

Anlageprodukte können vielfältig ausgestaltet sein. In Österreich besonders beliebt sind die Garantie-Zertifikate, die zum Laufzeitende die Rückzahlung des Nominales garantieren. Aber auch Index- Zertifikate, die die Bewegungen des Basiswertes 1:1 abbilden, fallen unter diese Kategorie.

Sicherheitsbedürfnis der Investoren dominiert

Innerhalb der Zertifikate kann man davon ausgehen, dass Hebelprodukte zwar aufgrund der schnelleren Kursbewegungen öfter gehandelt werden, jedoch der Anteil am gesamten veranlagten Vermögen in diesen Produkten nur etwa zwei Prozent beträgt4. Kapitalgarantierte Produkte sowie Produkte mit Risikopuffer, wie etwa Bonus-Zertifikate, nehmen den Hauptanteil in den Depots der Privatanleger ein. Dies ist auf das Sicherheitsbedürfnis der Investoren zurückzuführen, die auf der Suche nach Rendite sind, jedoch auf den Kapitalerhalt nicht verzichten möchten.

Text: Raiffeisen Research, @JüB
Bildmaterial: Derivate Forum, Raiffeisen RESEARCH

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