Zeitzeugen und Zeithistoriker haben oft nicht das beste Verhältnis. Meist trifft das mokante Wortspiel zu: "Der größte Feind des Zeithistorikers ist der Zeitzeuge." Tatsächlich sind Aussagen von Zeitzeugen oft von hoher Subjektivität geprägt, daher fehlt es nicht selten an notwendiger (wissenschaftlicher) Distanz zu den miterlebten Ereignissen.
Das rigorose Grenzregime der DDR hatte im Norden einen geographisch bedingten Schwachpunkt: die Ostsee. Dies erkannten junge, unzufriedene Soldaten der DDR-Volksmarine und planten ihre Flucht über See. Sie wollten ihre Einheiten gewaltsam übernehmen, um damit in den Westen zu gelangen. Diese Fluchtversuche werden ...
Der deutsche Südwesten war im Parlamentarischen Rat besonders eloquent vertreten - zum einen mit dem Völkerrechtler Carlo Schmid für die SPD und Württemberg-Hohenzollern, zum anderen mit dem Publizisten und Politikwissenschaftler Theodor Heuss für die FDP und Württemberg-Baden. Dem Vorsitzenden ...
Die schier unglaubliche Lebensgeschichte eines oppositionellen Einzelgängers, der 1952 als Sohn eines nicht vertriebenen Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei geboren wurde, als Kind deutschsprachig aufwuchs, seit seiner Schulzeit ein Außenseiter war. Als "Deutscher" in seiner tschechischen, sozialistischen ...
Mit 18 Prozent der Stimmen ist die europakritische "Liste Dr. Martin" des EU-Abgeordneten, Journalisten und Buchautors Hans-Peter Martin bei der Europawahl am 7. Juni in Österreich eindrucksvoll bestätigt worden. Martin kann sich damit das Verdienst zuschreiben, einen weiteren Anstieg der rechtspopulistischen Euroskeptiker in seinem Heimatland verhindert zu haben.
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg war die Selbstmordrate in den deutschsprachigen Ländern nahezu doppelt so hoch wie in Großbritannien oder Frankreich. Nach der Niederlage von 1918 stieg sie kontinuierlich an und erreichte in der Endphase der Weimarer Republik einen Höhepunkt. 1932 wurden 18 934 Selbstmorde registriert, das entsprach etwa 2,5 Prozent aller Todesfälle in Deutschland.
Im Workshop sich selbst verfertigenden Denkens: Ralf Dahrendorfs neueste Aufsatzsammlung Der Wiederbeginn der Geschichte will das kalte Herz von Markt und Demokratie mit etwas Bürgersinn aufwärmen. Von Hans-Peter Schwarz
Heutige Nachwuchshistoriker werden vermutlich mit einem gewissen Unverständnis die Heftigkeit der Auseinandersetzung registrieren, mit der 1986 führende Vertreter der Historie, angetrieben und assistiert von prominenten Intellektuellen, über die Grenzen des Sagbaren in Bezug auf die nationalsozialistische Vergangenheit stritten.
Unbeugsam, bildungshungrig, stur, gerecht, das ist das Leitmotiv dieser Biographie. 1906 in ärmlichen Verhältnissen geboren, früh in der sächsischen SPD engagiert, 1932 jüngster Stadtverordneter in Dresden, nach 1933 politisch verfolgt und aus dem öffentlichen Dienst entlassen, den Zweiten Weltkrieg ...
Monika Zimmermann berichtete für diese Zeitung von 1987 bis 1990 aus der DDR, deren Untergang sie aus nächster Nähe erlebte. 65 anschauliche Reportagen macht die Journalistin, die nach ihrer F.A.Z.-Tätigkeit bei verschiedenen Zeitungen Chefredakteurin war und nun Regierungssprecherin des Landes Sachsen-Anhalt ...
Zum Vierzigsten der Achtundsechziger legt Ute Scheuch eine Dokumentation über das "rote Jahrzehnt" (Gerd Koenen) am Kölner Institut für Soziologie und Vergleichende Sozialforschung vor. Im Zentrum des Kesseltreibens stand damals ihr Mann Erwin Kurt Scheuch (1928-2003). Erst 1978 trollten sich dort die linken Aufrührer.
Zehn Jahre regiert die SPD im Bund. Zweimal stellte sie mit Gerhard Schröder ab 1998 den Bundeskanzler in einer rot-grünen Koalition. Zurzeit ist sie Teil einer großen Koalition und verantwortet mit Frank-Walter Steinmeier den Vizekanzler. Doch Jubiläumsstimmung kommt nicht auf. Auf vielfältige Verdienste - ...
Theodor Ritter von Zeynek (1873-1948), der aus einer österreichisch-schlesischen Beamtenfamilie stammte, erlebte im Generalstabskorps in Wien noch das Ende der Ära Beck (Chef des Generalstabs von 1882 bis 1906), den er bei aller persönlichen Hochachtung als nicht mehr zeitgemäß einstufte. Dessen Nachfolger Conrad von Hötzendorf erschien ihm als Aufbruch in bessere Zeiten.
Innerhalb der Erforschung des Zweiten Weltkrieges haben in den vergangenen Jahrzehnten die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes und ihre Ahndung durch die Rechtsprechung der Siegermächte einen breiten Raum eingenommen. Dabei standen zunächst die deutsche Militärjustiz und ihre Spruchpraxis gegenüber den Angehörigen der Wehrmacht im Mittelpunkt der Erörterung.
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