Politische Affinitäten?

Der Adel wurde von der deutschen Geschichtsforschung lange Zeit stiefmütterlich behandelt. Während zumindest in England und Italien innovative Studien zur Adelslandschaft im 19. Jahrhundert erschienen sind, galt die deutsche Geschichte schlichtweg als bürgerlich geprägt. Diese historiographische Schieflage ...

Apokalyptische Zuspitzung

Bücher, die ihre Leser aufrütteln sollen, sind nicht so einfach zu komponieren. Es kommt vor allem darauf an, eine Balance zu finden zwischen schlechten und guten Nachrichten. Gibt es nicht genügend schlechte Nachrichten, könnte die Reaktion darauf sein: Na und, ist noch immer gutgegangen! Überwiegen sie jedoch, wirkt das lähmend und löst Untergangsstimmung aus.

Aus der Perspektive der Gestapo

Als Sönke Zankel seine Forschungsergebnisse über die Münchener Widerstandsgruppe unter dem Titel "Die Weiße Rose war nur der Anfang" (2006) veröffentlichte, gab es zumeist harsche Kritik. Nun legt er nach mit einer mehr als doppelt so umfangreichen Darstellung, ergänzt um eigene Kapitel zu den Mentoren, zur "politischen Einordnung" und zu den Nachfolgeaktionen.

Angriff aus den eigenen Reihen

Als Charles de Gaulle am 14. Januar 1963 in Anwesenheit des gesamten Kabinetts das Wort ergriff, ahnten die 800 Vertreter der internationalen Presse, dass der General weitreichende Entschlüsse bekanntzugeben gedachte. Tatsächlich teilte der erste Präsident der nach seinen Vorstellungen geformten ...

Die Bumser und die Autonomie

Der Zweite Weltkrieg ist soeben beendet, da verlangt die Südtiroler Volkspartei (SVP) für den 1919 Italien zugeschlagenen Teil Tirols das Selbstbestimmungsrecht. Statt dessen Gewährung kommt es 1946 in Paris wenigstens zum Abschluss eines Schutzvertrags, welcher der Mehrheitsbevölkerung Maßnahmen zur ...

Schwierige Umwertung

Was Menschen dunkler Hautfarbe angeht, ist es längst und mit gutem Grund verpönt, von einem "Neger" zu sprechen. Unseren Kindern singen wir schon lange nicht mehr die "Zehn kleinen Negerlein" vor; in Bus und S-Bahn fahren wir - wenn überhaupt - nicht mehr "schwarz", sondern "ohne Ticket", und natürlich haben wir uns längst abgewöhnt "schwarz"zusehen, sondern blicken nur skeptisch.

Sinologisches Allerlei

Darf es vielleicht wieder einmal ein rhetorisches Feuerwerk über China sein? Dieses Genre hat der Buchmarkt in den vergangenen Jahren zwar reichlich bedient. Aber es findet sich immer wieder ein Autor. Und es findet sich auch immer wieder ein Verlag. Jedes dieser Bücher gibt vor, nun endlich einer nach Erkenntnis lechzenden Öffentlichkeit ein realistisches Bild Chinas zu vermitteln.

Geschürte Angst

Wer 2005 beklagte, der Neoliberalismus Schröderscher Provenienz werde nach der vorgezogenen Bundestagswahl "als politischer Zombie" weiter sein Unwesen treiben, weshalb die "PDS bis hin zum linken Rand der SPD und dem sozialkatholischen Flügel versuchen sollten, die eigenen Kräfte weiter zu sammeln ...

Eine Heldin zum Fürchten

Vor allem Anverwandtschaft und Verehrung sprechen aus diesem Versuch, der Lebensgeschichte Ulrike Meinhofs gerecht zu werden. Jutta Ditfurth beschränkt sich in ihrer Biographie auf die Einfühlung in das Selbstverständnis ihrer Heldin. In einer mehr als sechsjährigen Recherche hat sie sich zum äußersten Verständnis ...

Die Stasi und das Kaffeekännchen

Für eine Rehabilitierung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) stellen sich hochrangige Ex-Stasi-Offiziere aus der Hauptverwaltung Aufklärung und der Spionageabwehr zur Verfügung, um unverdrossen ihren "Friedensdienst" im Kalten Krieg zu verklären. Unterstützung erhalten sie dabei von unerwarteter Seite.

Der Stoff, aus dem die Kanonen sind

Die Geschichte eines Unternehmens lässt sich aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln schreiben. Und doch gibt es einen heimlichen Königsweg, der ohne Umwege ins Zentrum unternehmerischer Entscheidungsprozesse führt. Ihm folgt Jürgen Lindenlaub, wenn er die Unternehmensgeschichte der Firma Krupp ...

Gleichgültigkeit und rassistisches Denken

Achthunderttausend bis eine Million Tote, vor allem Angehörige des Volkes der Tutsi, zumeist brutal abgeschlachtet, in einem Zeitraum von nur drei Monaten: das ist die unfassbare Dimension des Völkermordes in Ruanda im Frühjahr 1994. Als die Weltöffentlichkeit endlich begriff, was sich im zuvor oft ...

Wahrnehmungsdefizite

"Die militärische Intervention im Kosovo hat einen Krieg beendet", schreibt Joscha Schmierer: "Die Arbeit am Frieden in der Region wird noch lange dauern." Neben dem früheren Berater im Planungsstab des Auswärtigen Amts zeichnen drei Dutzend Autoren Vorgeschichte, Verlauf und Konsequenzen der Kriege auf dem Gebiet des einst sozialistischen Jugoslawiens nach.

Medienrecht für alle

An einer Sammlung der wichtigsten Entscheidungen zum Medienrecht hat es bislang gefehlt. Frank Fechner präsentiert Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshofs, wobei er außer den Leitsätzen die tragenden Passagen aus der Darstellung des Sachverhalts und aus den Begründungen wiedergibt.

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