Historische Schieflage

Die RAF war keine westdeutsche Affäre, sondern eine Spätgeburt der Weltbürgerkriege des 20. Jahrhunderts. Die interessierten Dritten, die den schießenden westdeutschen Kommunisten jahrelang das logistische Hinterland sicherten, saßen an der Spitze einer regierenden kommunistischen Partei. Das war die ostdeutsche Seite der Medaille.

Lesermeinungen zum Beitrag

14. August 2007 21:03

es bleibt doch eine frage...

Patrick Maxwell Nsherenguzi (p.maxwell)

...übrig:

was ist die zukunft des kapitalismus?
wie können wir die probleme der zukunft lösen?

so sehr ich persönlich die gewalt der raf ablehne, so bleibt dennoch verständnis. verständnis für die frustration, weil die herrschenden kreise die offensichtlichen probleme der gesellschaft nicht wahrhaben wollten und wollen.

slebst heute, 20, 30 jahre nach ende der raf, ist der gesamtgesellschaftliche exkurs über die zukunft unserer gesellschaft immer noch sehr, sehr schwer.

wie lange wird der deckel noch auf dem überkochenden topf bleiben?
mit 4 mio arbeitslosen und insgesamt 5,5 mio hartz 4 empfängern ist es zeit zu handeln.

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11. August 2007 12:04

Linke Schieflage

Dirk R Bode (Patou)

Ich gehörte zu jenen, die damals auch beinahe in diese "historische Schieflage" gekommen wären, unwisend linksbürgerlicher Einflussagent der SED in der BRD zu sein, wenn mich nicht meine protestantisch preußische Erziehung im Kantschen Sinne zu guter Letzt davor bewahrt hätte, dem selbstgerechten Kampf gegen die Nazi verstrickten Väter zu folgen und zugleich einem anderen Unrecht die Hand zu reichen. Ich hatte keine Nazi verstrickten Eltern - zum Glück. Die westdeutsche Linke mit ihrem wüsten Antiamerikanismus, verstecktem Antisemitismus und ihrer selbstgerechten Attitüde gegenüber den eigenen Eltern, hat es bis heute verabsäumt, ihre Schuld hafte Verstrickung in die linken Verbrechen gegen die Menschlichkeit auch nur zur Kenntnis zu nehmen, geschweige denn, diese aufzuarbeiten. Auch und gerade im sogenannten "Kulturbetrieb", in Feuilletons, Fernsehen, Medien und im Theater geistert die Saga von der Kulturrevolution der 68ziger Generation immer noch als "Heldenepos" herum. In Wahrheit war vieles, was diese Generation auf den Weg brachte jämmerlich und beschämend. Die Aufarbeitung der RAF Geschichte ist da nur ein Symptom.

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