Blaues Blut und braune Brut

"Wo war der Adel?" So betitelte 1934 Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg-Lippe - Parteimitglied seit 1928, SA-Mann seit 1932 und nach Hitlers Machtübernahme Adjutant von Propagandaminister Goebbels - ein Buch, in dem er gemeinsam mit einer Reihe anderer adeliger "alter Kämpfer", unter ihnen Wolf Graf ...

Lesermeinungen zum Beitrag

30. März 2007 21:42

Adel und National_Sozialismus

franz Ujvar (ujvar)

Eine Bibliothek liesse sich schreiben, von den Lebensberichten von Aristokraten, die die braune Horde als Proleten, später als Kriminelle und Antichristen ansahen und nicht kollaborierten. Natürlich verfielen - angesichts der Gefahr des Kommunismus - anfänglich nicht wenige der Meinung, auf eine Ordnung zu setzen, die die allgemeine Not, Arbeitslosigkeit und Verschuldung, nach dem 1. Weltkrieg lindern würde. Genauso sah es zu Anfang das Ausland. War doch Mexico das einzige Land, das gegen die Annexion Österreichs protestierte. Die Engländer etwa erklärten dem Kaisersohn, Otto von Habsburg, der dem Einmarsch der Wehrmacht kriegerisch begegnen wollte - hätte Kanzler Schuschnig seinen Platz geräunt- was denn Österreich gegen den Anschluss durch das Brudervolk hätte. Auch wenn es tausend adelige Namen wären, ist dies eine - wenn auch illustre - kleine, Minorität. Dazu war der Adel in der Kirche überproportional vertreten, der grossteils mutig sich der wachsenden Diktatur stellte und zu erwähnen sind ungezählte Gutsherren, die in ihren Mauern Juden u. andere Verfolgte nversteckten.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
1 - 1 von 1 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche