Revolution aller Deutschen

Zeitzeugen und Zeithistoriker haben oft nicht das beste Verhältnis. Meist trifft das mokante Wortspiel zu: "Der größte Feind des Zeithistorikers ist der Zeitzeuge." Tatsächlich sind Aussagen von Zeitzeugen oft von hoher Subjektivität geprägt, daher fehlt es nicht selten an notwendiger (wissenschaftlicher) Distanz zu den miterlebten Ereignissen.

Lesermeinungen zum Beitrag

12. Juli 2009 12:15

Zeitzeuge und Zeithistoriker

Reinhard Ettel (FredIV)

sind nur dann einander Feind, wenn der Zeitzeuge sich nicht als Zeithistoriker betätigt. Denn m.E. unterschedet beide die Sichtweise auf die Historie.
Soweit es um die Geschichte der DDR geht, wird dazu ja nur noch publiziert, was man aus der Rückschau für nötig hält, um diesen Staat restlos zu diskreditieren.
Die Revolution von 1989/90 als Revolution aller Deutschen zu deklarieren, geht doch an der Realität vorbei. Sie wäre es gewesen, wenn beide Teile Deutschlands die Chance genutzt hätten, etwas zu verändern. Ideen gab es dazu genug.
Verändert wurde aber nur der Osten mit bis heute katastrophalen Auswirkungen.
Man konnte es doch erst kürzlich im Armutsbericht verfolgen. Der Osten taugt noch zur Kaderschmiede und als Seniorenheim für den Westen. Und als Armenhaus.
Übrigens ist es gerade die Subjektivität die eine klarere Darstellung ermöglicht.
Aber wer seine subjektive Auffasung zum in der DDR geführten Leben in einer nicht passenden Form darstellt, bekommt eins mit der Ostalgie-Keule, damit er Ruhe gibt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 1 von 1 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche