Warum tötet Zaid?

Jürgen Todenhöfer hat ein zorniges Buch geschrieben. Genaugenommen hat er unter dem Titel "Warum tötest Du, Zaid?" drei Komplexe abgehandelt. In einem "etwas anderen Vorwort" erzählt er, wie vor Jahrzehnten sein Interesse an der islamischen Welt entstanden ist, und kritisiert die seiner Meinung nach historisch ...

Lesermeinungen zum Beitrag

28. April 2008 17:53

Einseitigkeit die Zweite

Klaus Meyer (deutschlaender2)

und Massakern / Vertreibungen zwischen Schiiten und Sunniten kam, bis der von westlichen Beobachtern herbeigeredete konfessionelle Bürgerkrieg eine sich selbsterfüllende Prophezeiung wurde? Von beiden Seiten - Al Qaeda und Schiitischen Extremisten - wurde das betrieben; die schiitischen Todesschwadronen bestanden allerdings aus Männern, die im Dienst der von den Amerikanern gesponserten irakischen Regierung standen und die Keller ihrer Dienstgebäude in Folterzentren umwidmeten. Wo hatten wir das gleich schon 'mal gehabt ;->) ? Insofern kann ich in der Aussage, der Bürgerkrieg sei erst durch das Eingreifen der Amerikaner ausgelöst worden, nichts zu Bezweifelndes erkennen.

Christen im irakischen Widersatand: Ich darf daran erinnern, dass der wahrscheinlich bald hingerichtete frühere Vizepremier des Iraq Tariq Aziz Christ ist, und sich für diese Bevölkerungsgruppe die Tore zur Hölle und Bedrängnis erst mit dem Sturz Saddams und dem Aufkommen der Extremisten öffneten, die Saddam zuvor unter Kontrolle gehalten hatte. Sie haben dem Westen also nichts, aber auch gar nichts zu danken. Angesichts ihres sehr geringen Bevölkerungsanteils wären mehr als ein paar einzelne Christen im bewaffneten Widerstand aber in der Tat unplausibel.

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28. April 2008 17:36

Seit wann ist Einseitigkeit so anstößig, dass sie dem Leser so massiv

Klaus Meyer (deutschlaender2)

eigehämmert werden muss, wie das in Ihrer Rezension mit den Vokabeln "einseitig, Einseitigkeit, parteiisch, einäugig" geschieht? Bei den anti- islamischen Pamphleten, mit denen der Markt derzeit überschwemmt wird, stört die Einseitigkeit ja auch keinen. Im Gegenteil, das Über- Bord- Werfen der Politischen Correctness/PC (man könnte sie auch "Fairness" nennen oder "Vermeiden von Pauschalisierung/Generalisierung") wird von den Einen als Errungenschaft gesehen (endlich darf man die Dinge beim vermeintlichen Namen nennen!) während andere paradoxerweise nöhlen, die öffentliche Diskussion sein immer noch in den Fesseln der PC gefangen.
Einseitigkeit mal anders herum ist da offensichtlich weitaus schwerer zu schlucken.

Zum Inhaltlichen: zu Beginn der Besatzungszeit waren Al Qaeda und die sunnitischen Aufständischen noch Verbündete; sie verfeindeten und trennten sich erst im Laufe des lertzten Jahres. Welchen Grund also sollte Al Qaeda gehabt haben, per "Heckenschützen" (gemeint sind wohl Scharfschützen oder Sniper) ihre Verbündeten auf der Straße abzuknallen? Gegen US Sniper wurden solche Anschuldigungen allerdings von Anfang an erhoben.

Wer erinnert sich noch, wie quälend lange es dauerte, bis es endlich zu den gegenseitigen

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27. April 2008 11:47

Luftnummer

Wolfgang Moser (womo37)

In einem „Zeit“-Portrait räumt Todenhöfer „umstandslos" ein, die Aussagen seiner Gesprächspartner (aus dem sogenannten irakischen Widerstand) "nur beschränkt überprüfen“ zu können. Entfernt man aber die auf Hörensagen basierenden Bestandteile aus seinem antiwestlichen Pamphlet – was bliebe übrig? Eine auf skrupelfreien historischen Klitterungen seiltanzende Luftnummer, wie man sie sich bislang allenfalls auf islamistischen Websites reinziehen konnte.

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