Begrenzte Steuerung

"Über 100 000 Ukrainer aus Galizien und den Karpaten flohen 1915 nach dem Rückzug der russischen Truppen . . . in das Zarenreich. Eine vergleichbare Anzahl von Zivilisten aus Ostpreußen wurde nach Russland deportiert oder verließ aus eigenem Antrieb 1914 die . . . besetzte preußische Provinz. Über ...

Lesermeinungen zum Beitrag

18. Mai 2008 18:28

Zeitgeist & Wissenschaft

Harry LeRoy (Cimon)

Es verwundert nicht, dass solche Thesen im heutigen Wissenschaftsbetrieb aufkommen: Entspringt doch das Interesse nach einer erleichterten und größeren Einwanderung kurzfristigen wirtschaftlichen und ideologischen Interessen. Ähnlich verhält es sich ja auch mit der Friedenssehnsucht neuerer Publikationen, die gerne einmal kriegerische Herrscherpersönlichkeiten zu Friedenswahren deklarieren, da der Gründervater der Ottonen (und damit ein Stück weit auch der deutschen Nation) ja kein kriegerischer Recke gewesen sein darf. Ähnlich ergeht es dem späten Habsburgerreich: Von Liberalen und Nationalisten seiner Zeit angefeindet und nur als Zwangsstaat lebensfähig, werden ihm heute Zukunftsfähigkeiten im Sinne einer europäischen Einigung attestiert. In einer Reihe mit solch zeitgeistigen Ansichten scheint mir auch dieses Werk zu stehen, zumal sich einzelne Autoren nicht einmal der konkreten politischen Agitation enthalten haben. Überflüssig zu erwähnen, dass über den Zugang zu seinem Staatsgebiet allein der Souverän, im deutschen Fall das Volk bzw. dessen Vertreter, zu entscheiden haben – und: UN-Konventionen sind mit einfacher Parlamentsmehrheit jederzeit kündbar, mit der sie auch angenommen wurden.

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