Heinrich der Unanständige

Berufsziel: Oberbefehlshaber. Doch das kaiserliche Deutschland verlor den Weltkrieg - und der am 7. Oktober 1900 in München geborene Gymnasiallehrersohn wurde im Dezember 1918 als Fahnenjunker aus dem Heer entlassen: "Die Tatsache, dass er weder die Front sah noch Offizier wurde, hat er als schweren Makel empfunden.

Lesermeinungen zum Beitrag

22. Dezember 2008 20:59

Bis auf die Jugenddarstellung aus den Quellen - enttäuschend

Peter Kronenberger (Peter-Kronenberger)

Die Darstellung der Jugend Himmlers anhand Tagebüchern und Briefen ist schätzenswert, aber was danach kommt, enttäuscht. Wie eine Anklageschrift für einen fiktiven Prozess wird akribisch aufgelistet, welche tausend Leute von wo nach wo verschleppt und wo sie dann umgebracht worden sind - die Geschichte des Holocausts, des Genozids, der Verbrechen des NS-Regimes ist schon lange geschrieben, diese hunderte von abermals Verbrechen auflistenden Seiten ermüden. Dafür kommen Himmlers Interaktionen mit Hitler, mit den anderen NS-Paladinen ausserhalb und innerhalb der SS, seine Machtpolitik viel zu kurz - sie bleibt rätselhaft. Als profunder Kenner der NS-Historie weißt sich Longerich auch nicht gerade aus. Wer Fest's Werke über Hitler und Speer gelesen hat, wundert sich doch sehr, wenn Himmler und Speer im Rahmen einer "Viererbande" mit Goebbels und Bormann als enge Verbündete seit 1944 genannt werden - Speer war Ende 44 bereits großenteils wieder entmachtet, zeitweise sogar von Himmler unter Bewachung gestellt gewesen. Ebenso vermißt man die Darstellung der Beziehung Heydrich-Himmler - wie bei Speer geisterte da jener sinistere "Reichsarzt-SS" Gebhardt herum. Longerich berichtet jedoch hiervon nichts, oder versteckt es tief im Anhang.

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