EU-Russland-Gipfel

Polizei hindert Kasparow an Demonstration in Samara

Feind des Kremls: Garri Kasparow

Feind des Kremls: Garri Kasparow

18. Mai 2007 Eine Gruppe führender russischer Oppositioneller ist am Freitag von der Polizei daran gehindert worden, zu einer geplanten Protestaktion beim EU-Russland-Gipfel zu fliegen. „Als ich für den Flug einchecken wollte, sagten die Flughafenangestellten mir, der Computer akzeptiere mein Ticket nicht“, sagte der Regierungskritiker und frühere Schach-Weltmeister Garri Kasparow am Moskauer Flughafen.

Zu der Gruppe aus etwa 20 Menschen, die in Samara an einer Demonstration teilnehmen wollte, gehörten auch der Chef der radikalen Nationalbolschewistischen Partei, Eduard Limonow, und der bekannte Menschenrechtler Lew Ponomarew.

Der für den Flughafen verantwortliche Polizei-Offizier sagte, der Computer nehme die Flugkarten der Gruppe um Kasparow nicht an. Kasparow bezeichnete den Beamten als Marionette und sagte, es sei offensichtlich, dass es einen Befehl von oben gegeben habe. Ein Kreml-Sprecher sagte hingegen, die Behörden hätten korrekt gehandelt.

Die Oppositionellen hatten in Samara gegen demokratische Defizite der Regierung von Präsident Wladimir Putin protestieren wollen. Auch zwei Journalisten westlicher Zeitungen, die nach Samara fliegen wollten, wurden nicht an Bord des Flugzeugs gelassen. Dieses hob schließlich mit einer Stunde Verspätung und nur zu einem Drittel besetzt ab. Eine Gruppe der Kremltreuen Jugendorganisation Naschi erschien am Flughafen, um die gestrandete Delegation Kasparows zu verspotten.

Text: Reuters
Bildmaterial: dpa

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