23. April 2005 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, hat im WDR-Fernsehen und bei Radio Vatikan Berichte zurückgewiesen, er werde an die Kurie nach Rom berufen. Das gehört zu den vielen Enten und Spekulationen dieser Tage, die nicht aufhören. Ich weiß von nichts, ich lese das nur in der Zeitung, sagte Lehmann am Samstag in Rom. Das Interview wurde am Samstag abend im WDR gesendet.
Die Bild-Zeitung (Samstag) hatte berichtet, daß Lehmann wahrscheinlich als Kurienkardinal nach Rom gehen werde. Das Blatt beruft sich dabei auf Kirchenkreise. Bis Montag wolle der Mainzer Bischof entscheiden, ob er dem Ruf nach Rom folge. Der 68jährige galt bisher innerhalb der katholischen Kirche als Reformer und Kritiker des bisherigen Kardinals Joseph Ratzinger.
Ein Mainzer Bistumssprecher bezeichnete den Zeitungsartikel am Samstag auf Anfrage als reine Spekulation. Es werde nicht einmal genannt, welches Amt Kardinal Lehmann denn angeblich in Rom künftig bekleiden solle.
Ich habe meinen Platz in Deutschland
Auch in einem Interview mit Radio Vatikan wies Lehmann den Bericht als Spekulation zurück: Ich weiß gar nicht, woher die Leute sich das aus den Fingern saugen. Denn ich weiß überhabt nichts davon. Das ist alles erstunken und erlogen, sagt man in Deutschland. Er nehme das alles ganz gelassen auf, sagte Lehmann.
Ich bin gespannt, wie der neue Papst die Glaubenskongregation, in der ich ja auch schon über 10 Jahre als Berater mitgearbeitet habe, besetzt. Denn davon wird sehr viel abhängen. Auch für die Zukunft seines eigenen Dienstes und auch seines eigenen Bildes - und da freue ich mich, wenn eine gute Besetzung gelingt, sagte Lehmann.
Der Kardinal betonte jedoch: Aber ich habe, denke ich, meinen Platz in Deutschland. Bei einer Audienz bei Benedikt habe ihm dieser gesagt: Paß auf deine Gesundheit auf, wir brauchen dich noch. Ich habe gesagt: Du mußt noch mehr aufpassen als ich. Wir brauchen dich noch dringlicher.
Text: dpa
Bildmaterial: dpa
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