18. Juli 2001 Aus Furcht vor weiteren Anschlägen vor dem G8-Treffen am Freitag haben Sicherheitskräfte die Gipfelstadt Genua in eine Festung verwandelt. Die Polizei riegelte die Altstadt am Dienstag vollständig ab, Anti-Terror-Einheiten durchsuchten Unterkünfte mutmaßlicher Gipfelgegner.
Die Innenstadt-Bewohner von Genua mussten schwere Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit hinnehmen: Zehntausende konnten nur noch mit Passierscheinen durch vier Meter hohe Sperrzäune zu ihren Häusern gelangen. In der norditalienischen Hafenstadt sowie in Mailand, Florenz und Neapel durchsuchten Sicherheitskräfte Kulturzentren und Büros linker Organisationen.
Gezielte Einschüchterungen
Ein junger Mann sprach von gezielten Einschüchterungen. In Florenz beschlagnahmte die Polizei Dokumente, in Neapel stellte sie Hämmer, Schraubenschlüssel und Pflastersteine sicher. Auf der Autobahn nach Genua wurde nach einem anonymen Anruf ein angeblich mit Sprengstoff beladener Laster gestoppt. In einem Stadtviertel von Genua und am Hauptbahnhof wurden verdächtige Pakete und ein Gepäckstück gesprengt.
Amnesty erinnert an Rechtsstandards
Die Menschenrechtsorganisation amnesty international rief die Behörden auf, alle internationalen Rechtsstandards zu beachten. Die Versammlungsrechte der Gipfelgegner müssten gewahrt bleiben, forderte die Organisation in Bonn. Der italienische Botschafter in Deutschland, Silvio Fagiolo, versprach, auf die Demonstranten zuzugehen. Italien setzt auf den Dialog, sagte er der Mitteldeutschen Zeitung.
Bové an Einreise gehindert
Der französische Bauernführer José Bové wurde nach eigenen Angaben vorübergehend an der italienischen Grenze festgehalten, bevor er dann doch einreisen durfte. Bové taucht weltweit bei Veranstaltungen von Globalisierungsgegnern auf und wendet dabei immer auch Gewalt an.
Text: @see mit Material von AFP
Bildmaterial: dpa
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