09. Juli 2008 Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hat nach offiziellen Angaben drei deutsche Bergsteiger in der Türkei entführt. Sie seien zusammen mit zehn anderen auf dem Berg Ararat in der Osttürkei unterwegs gewesen, zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu den Gouverneur der gleichnamigen Provinz.
Die Bergsteigergruppe habe in 3200 Metern Höhe mit Genehmigung der Behörden ihr Camp aufgeschlagen. Dort seien die Bergsteiger von vier PKK-Kämpfern überfallen worden. Drei Deutsche seien verschleppt worden. Die Grenzpolizei habe eine großangelegte Suche eingeleitet. Die zehn anderen Mitglieder der Gruppe seien zu einer Polizeistation gebracht worden, sagte der Gouverneur.
Das Auswärtige Amt geht Hinweisen nach
Die kurdischen Rebellen kämpfen seit 1984 für eine Autonomie der Region. Anfang der 90er Jahre entführten sie mehrfach ausländische Touristen im Südosten der Türkei. Alle kamen wieder frei. Der biblische Berg Ararat ist der höchste Berg der Türkei und liegt in der Nähe der Grenze zu Armenien und dem Iran.
Das Auswärtige Amt will die Entführung von drei deutschen Bergsteigern in der Türkei zunächst nicht bestätigen. Man gehe entsprechenden Hinweisen nach, erklärte AA-Sprecher Jens Plötner am Mittwoch in Berlin. Derzeit sei man dabei, sich ein präzises Lagebild zu verschaffen. Das Auswärtige Amt stehe dabei in engem Kontakt mit der deutschen Botschaft sowie den türkischen Behörden.
Bei den Bergsteigern handelt es sich angeblich um eine Reisegruppe aus Bayern. Das sagte Franz Eder vom Münchner Reiseanbieter seb-tours der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch. Er habe zurzeit keinen Kontakt zu der Gruppe.
Der deutsche Reiseleiter habe die Gruppe nur bis zum Dienstag begleitet, dann habe ein türkischer Kollege wie vorgeschrieben den Aufstieg der Bergsteiger auf den Ararat begleitet.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, F.A.Z. - dpa
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