Vor der Bundestagswahl

PDS schließt Linksbündnis aus

Gysi (li.), Lafontaine: Keine linke Doppelspitze zur Wahl

Gysi (li.), Lafontaine: Keine linke Doppelspitze zur Wahl

26. Mai 2005 

Die PDS schließt die Bildung einer neuen Linkspartei vor der im Herbst erwarteten vorgezogenen Bundestagswahl aus. „Vor der Bundestagswahl wird es keine Auflösung der PDS geben", sagte Parteisprecher Hendrik Thalheim am Donnerstag in Berlin. Alle Überlegungen über eine rasche Fusion mit der SPD-Abspaltung Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) seien gegenstandslos.

Die Zeit reiche einfach nicht aus, bis zum Herbst den Auflösungs- und Fusionsprozeß zu organisieren. Allein eine Urabstimmung über die Auflösung der PDS würde vier Wochen in Anspruch nehmen, die dann für den Bundestags-Wahlkampf fehlten. Die PDS halte aber dem Ziel fest, eine neue Partei links von der SPD zu bilden. „Die Linke muß sich strategisch neu positionieren, wenn sie in Deutschland Einfluss haben will“, sagte Thalheim. Das sei aber ein Prozeß, der nicht am möglichen Wahltag, dem 18. September, ende.

Gespräche mit WASG

Der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine, der seiner Partei Anfang der Woche den Rücken gekehrt hatte, hat PDS und WASG zur Bildung einer Linkspartei aufgefordert. Eine solche Organisation würde er unterstützen, hatte Lafontaine erklärt.

Thalheim kündigte für die nächste Zeit die Aufnahme von Gesprächen mit der WASG an. Mehrere Vorstandsmitglieder der SPD-Abspaltung haben den kommenden Montag als spätesten Termin genannt.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: AP

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