Irak

Entführer von Giuliana Sgrena festgenommen

Giuliana Sgrena

Giuliana Sgrena

06. April 2006 Ein Jahr ist es her, daß die italienische Journalistin Giuliana Sgrena im Irak entführt wurde. Die Geiselnehmer gaben der italienischen Regierung damals 72 Stunden Zeit, ihre Truppen aus dem Irak abzuziehen. Andernfalls werde sie getötet. Genau vier Wochen war Sgrena in der Gewalt der irakischen Geiselnehmer, bevor sie am 5. März 2005 freigelassen wurde. Der Konvoi, der sie zum Flughafen brachte, wurde von amerikanischen Streitkräften beschossen. Dabei wurde ein italienischer Geheimagent Nicola Calipari, der die Journalistin zum Flughafen begleiten sollte, tödlich verletzt.

Nun hat die amerikanische Armee nach eigenen Angaben den Entführer gefaßt, der die Geiselnahme Sgrenas vor einem Jahr geplant hatte. Das Militärkommando in Bagdad erklärte am Donnerstag, Mohammed Ubeidi, alias Abu Eiman, sei der „Hauptverdächtige“ in diesem Entführungsfall. Er stehe außerdem im Verdacht, andere Geiseln getötet zu haben. Ubeidi soll die Gruppe Geheimes Islamisches Heer in der Provinz Babil südlich von Bagdad angeführt haben. Ihm werden enge Kontakte zum dem jordanischen Terroristen Abu Musab al Zarqawi nachgesagt, dem Führer der Al Qaida im Irak. In der Stellungnahme der Amerikaner hieß es, Ubeidi sei der Drahtzieher der Entführung der italienischen Journalistin im Februar 2005.

Die Streitkräfte erklärten weiter, Ubeidi sei auch für versuchte Attentate auf irakische Regierungsvertreter und weitere Entführungen verantwortlich. Einzelheiten wurden nicht genannt. Sein mutmaßlicher Stellvertreter Abu Katada, wurde Ende Dezember festgenommen und lieferte den Ermittlern „wertvolle Informationen“ über Ubeidis Terrornetzwerk, wie es hieß.

Amerikanische und irakische Soldaten hatten Abu Eiman, gegen den seit Oktober ein Haftbefehl vorlag, bereits am 7. März gefaßt. Die Veröffentlichung der Nachricht habe sich verzögert, weil man zunächst DNA-Tests zur Bestätigung seiner Identität abgewartet habe.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa, AP und Reuters
Bildmaterial: AP

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