11. Mai 2004 Bei einem israelischen Hubschrauberangriff auf Gaza ist am Dienstag ein zwölfjähriger Junge ums Leben gekommen. Nach Angaben palästinensischer Krankenhausmitarbeiter wurde ein junger Palästinenser getötet, als ein israelischer Kampfhubschrauber eine Granate auf ein Auto nahe dem Markt von Gaza abfeuerte. Fünf weitere Palästinenser seien bei dem Angriff verletzt worden.
Zuvor waren bei einem Sprengstoffanschlag auf ein israelisches Armeefahrzeug in Gaza sechs Soldaten getötet worden. Vermummte Palästinenser schändeten nach Augenzeugenberichten anschließend die Leichen der Soldaten. Der bewaffnete Arm der der radikalen Palästinenserorganisation Hamas bekannte sich zu dem Anschlag.
Hochburg militanter Gruppen
Die Armee war in der Nacht mit sechs Panzern und zehn Geländewagen in das Viertel Seitun in der autonomen Palästinenserstadt vorgerückt. Dabei wurden mindestens fünf Palästinenser getötet und 70 weitere verletzt.
Seitun liegt in der Nähe der jüdischen Siedlung Netzarim und gilt als Hochburg militanter Gruppen. Israelische Soldaten hatten sich auf den Dächern von drei Gebäuden verschanzt, es gab Schußwechsel mit bewaffneten Palästinensern. Gleichzeitig flogen Kampfhubschrauber über Gaza. Die israelischen Streitkräfte sprachen von einem Einsatz gegen die terroristische Infrastruktur in Gaza. Im Flüchtlingslager Rafah zerstörten Panzer und schwere Raupenfahrzeuge ein Gebäude.
Nach israelischen Angaben richtet sich der Einsatz in Seitun gegen Werkstätten zum Bau von Kleinraketen des Typs Kassam. Palästinensische Extremisten hatten in den vergangenen Wochen mehrfach israelische Siedlungen und Orte im Süden Israels beschossen.
Text: AP, AFP, dpa
Bildmaterial: dpa/dpaweb, REUTERS
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