Lockerbie-Anschlag

Libyen stellt Entschädigung in Aussicht

29. Mai 2002 Libyen hat den Hinterbliebenen des Anschlags von Lockerbie insgesamt 2,7 Milliarden Dollar Entschädigungszahlungen angeboten. Wie der amerikanische Sender CNN am Dienstag unter Berufung auf die Anwälte der Opferfamilien berichtete, soll jede Familie rund 10 Millionen Dollar erhalten. Allerdings knüpfe die libysche Regierung die Zahlung an die Aufhebung der Sanktionen gegen das Land, hieß es.

Bei dem Anschlag auf einen PanAm-Jumbo über dem schottischen Lockerbie waren im Dezember 1988 alle 259 Menschen an Bord getötet worden. Auch 11 Bewohner der Ortschaft kamen beim Absturz der Maschine ums Leben. Gerichte hatten später eine Beteiligung Libyens an dem Anschlag festgestellt.

Forderungen an Washington und die UN

Wie der Sender weiter berichtete, sieht das libysche Angebot vor, dass 40 Prozent des Geldes gezahlt werden, wenn die UN-Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden, weitere 40 Prozent, wenn die Vereinigten Staaten ihre Handelsbeschränkungen einstellen. Die restlichen 20 Prozent der Summe wolle die Regierung von Staatschef Muammar al Gaddafi erst zahlen, wenn das amerikanische Außenministerium Libyen von der Liste der der Staaten streiche, die den internationalen Terrorismus unterstützen.

Ein Sprecher des Außenministeriums wollte sich nicht zu den Forderungen der libyschen Regierung äußern. Die Angelegenheit müsse zwischen Libyen und den Anwälten der Opferfamilien geklärt werden, hießß es. Die USA seien nicht direkt involviert. „Während manche Familien das Geld wollen, sprechen andere von blutigem Geld“, sagte der Sprecher.

Nach jahrelangem Prozess hatten fünf schottische Richter im Januar 2001 den Libyer Abdel Bassit Ali el Mekrahi wegen des Lockerbie-Anschlags zu lebenslanger Haft verurteilt. Der ehemalige Geheimdienstagent soll dafür gesorgt haben, dass die Bombe über Umwege an Bord des PanAm-Flugzeuges gelangte. Ein Berufungsgericht hatte das Urteil im März dieses Jahres bestätigt.



Text: dpa
Bildmaterial: AP

 
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