Wahlkampf

Stoiber lehnt TV-Duell mit Schröder ab

September 2002:  Schröder und Stoiber beim ersten deutschen „Fernsehduell”

September 2002: Schröder und Stoiber beim ersten deutschen „Fernsehduell”

02. August 2005 Die CDU beharrt auf ihr Angebot, daß sich die Vorsitzende Angela Merkel lediglich einem „Fernseh-Duell“ mit Kanzler Schröder (SPD) stellen werde.

Dieses Streitgespräch könne 60, 90 oder auch 120 Minuten dauern, sagte CDU-Generalsekretär Volker Kauder am Dienstag in Berlin. In diesem Zeitraum könnten alle Fragen angesprochen werden. Kauder begründete die Position mit dem „außergewöhnlich kurzen Wahlkampf“. Im Terminkalender von Merkel sei „überhaupt kein Tag mehr frei“. Sie wolle schließlich in allen 16 Bundesländern auftreten.

Kein reiner Medienwahlkampf

Merkel, Stoiber - “Es gibt wichtigere Fragen“

Merkel, Stoiber - "Es gibt wichtigere Fragen"

Die Union lege aber auch Wert darauf, daß die Spitzenkandidaten mit den Menschen ins Gespräch kommen. „Es kann nicht nur einen reinen Medienwahlkampf geben“, sagte Kauder. Er fügte hinzu, ständige Fernsehsendungen zur Wahl behinderten auch den Wahlkampf der Direktkandidaten vor Or.

Der CDU-Generalsekretär äußerte ferner den Verdacht, daß Schröder zwei Duelle brauche, um zu zeigen, „was er für ein Held ist“. Die Vermutung, die Union wolle wegen der telegenen Fähigkeiten des Kanzlers nur ein Duell, wies Kauder zurück. Auch Merkel könne das „sehr gut“. Im Übrigen gehe es nicht um Personen, sondern darum, die Sorgen der Menschen aufzugreifen.

Am Mittwoch wollen Unterhändler von Regierung und CDU mit Vertretern der Fernsehsendern versuchen, eine Lösung in dem Streit zu suchen. Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber will sich allerdings nicht für ein Fernsehduell mit Schröder zur Verfügung stellen. Stoiber reagierte auf einen entsprechenden Vorschlag des Kanzlers.

Wenn Merkel kneife und keine zweite Runde absolvieren wolle, solle sie Stoiber ins Fernsehduell schicken, hatte Schröder in einem Interview mit der „Passauer Neuen Presse“ gesagt. chröder will an zwei Fernsehduellen im Wahlkampf festhalten - wie 2002 in der Auseinandersetzung mit Stoiber.

„Mit offenem Visier“

Nun antwortete Stoiber in der „Bild“-Zeitung: „Das ist doch Unsinn. Schröder soll mit den Mätzchen aufhören und sich mit der Kanzlerkandidatin auf das TV-Duell verständigen.“ Es gebe wirklich wichtigere Fragen. „Die Bürger wollen eine Lösung der großen Probleme und keine Ablenkungsmanöver mehr“, sagte Stoiber.

SPD-Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel warf Angela Merkel am Dienstag eine „Verweigerungshaltung“ vor und forderte sie auf, ihren Widerstand gegen die zweite Gesprächerunde aufzugeben.

Merkel täte gut daran, „mit offenem Visier und im kritischen Meinungswettstreit mit dem Kanzler vor einem Millionen-Publikum ihre Auffassung darzulegen.“

Beide Kandidaten trügen die Verantwortung dafür, in der diesmal sehr kurzen Wahlkampfhase „mit klarer Sprache“ den Bürgern zu vermitteln, wofür sie stünden, sagte Wasserhövel. (Siehe auch: Schröder: TV-Duell mit Stoiber, wenn Merkel kneift)

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ARD, dpa/dpaweb

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben

Ist die Pkw-Maut gerecht?

Ergebnis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche