Stoibers Äußerungen über den Osten erhitzen die Gemüter

Stoibers Äußerungen

„Das war ja Stoiber im Bierzelt in Bayern“

Als bewußte Fehlinterpretation hatte die CSU Kritik an der Äußerung ihres Vorsitzenden Stoiber über die Ostdeutschen zurückgewiesen. Doch Stoiber legte nach: „Wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern.“

Lesermeinungen zum Beitrag

11. August 2005 18:28

Stobers Aussagen über die " Ostdeutschen".

Jan Eurelings (eurelings)



Wenn Herr Stoiber so undifferenzierte Aussagen macht über die Menschen, die so sehr während des SED-regimes ihrer individuellen Identität und ihrer Freiheit zur Unternehmerschaft beraubt wurden, und sich nicht gleich bemüht nachträglich seine Aussagen in den Medien genauer differenziert únd korrigiert, werden die Menschen in den neuen Ländern ( welch eine merkwürdige Bezeichnung nach meiner Ansicht, sie müsste sofort aufgehoben werden) ,deren durchscnittlicher Lebensstandard noch immer erheblich niedriger ist im Vergleich mit den Menschen im Westen und sicherlich in Bayern, wiederum das Opfer.in zweierlei Hinsicht:

So wie Herr Stoiber über seine Mitbürger im Osten Deutschlands spricht, birgt es einerseits meiner Meinung nach die Gefahr in sich , dass sie als Menschen einer unterlegenen, minderwertigen Art betrachtet werden. Ich möchte anstelle dieser Bezeichnung nicht den zu sehr beladenen Begriff " Untermenschen " anwenden, wenn auch einige bedeutende Aspekte und Anschauungen, die in diesem Begriff enthalten sind, gemeint sind.

Andrerseits beeinträchtigen solche Aussagen den wirtschaftlichen Fortschritt im Osten, da ausländische Unternehmen ihre Investitionen noch mehr als bisher hinauszögern werden.

Ich beanstande daher seine unausgewogenen Bemerkungen von ethischem und wirtschaflichem Standpunkt betrachtet sehr und rate ihm seinen Bierkonsum zu mässigen, wenn er im öffentlichen spricht.


Jan Eurelings, Amsterdam.

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11. August 2005 18:07

Stoiber hat recht

Matthias Küttler (mkttlr)

Als Ostdeutscher erlaube ich mir zu bemerken: Stoiber hat recht, wenn er den Widerspruch zwischen demokratischem mitbestimmen und der Empfangen von Mittels anprangert. Es kann nicht gutgehen, wenn Zahlungsempfänger sich eine Regierung nach dem Grundsatz heraussuchen, daß der regieren sollte, der am großzügigsten zu geben bereit ist (oder jedenfalls diesen Eindruck zu vermitteln versteht). Da sollten andere nicht scheinheilig so tun, als habe der Mann die deutsche Einheit verletzt. Wahrheiten, die aus Gründen der politischen Korrektheit verschwiegen werden, schlagen am Ende zurück. Man wird sich also auch dieser - unangenehmen - Tatsache stellen müssen, daß nicht wenige Menschen nicht verstehen können, wie die Menschen im Osten noch heute die Genossen der SED zu wählen imstande sind - und dabei von den Kapitalisten, die zu überwinden die PDS noch immer bemüht ist, ihren Lebensunterhalt beziehen.

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11. August 2005 15:35

Stoiber im Bierzelt

Hermann Brandt (WPBrandy)

Sollten die Äußerungen von Stoiber nach dem Genuss von fünf Maß Bier gefallen sein, könnte man vielleicht über sie hinwegsehen. Andernfalls muss man sich fragen, wes Geistes Kind dieser Mann ist.

Man kann nur hoffen, dass er uns in der Bundesregierung erspart bleibt. Mögen die klugen Bevölkerungsteile in Bayern weiter ihre Freude an ihm haben.

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11. August 2005 12:28

Stoiber macht sich selbst zu einem Unionsproblem

Jörg Swienty (EuroJoe)

Stoiber ist im Moment wohl das größte Problem, welches die Union hat. Meiner Ansicht nach, macht er sich für die nicht-bayrische CDU zu einem großen Problem. Die Äußerungen Stoibers, werden mehr Stimmen von CDU in Richtung Linspartei in Ostdeutschland wandern lassen, als er vielleicht dadurch in Bayern durch Stimmengewinne für die CSU kompensieren kann.

Ganz persönlich frage ich mich, wie man sich kurz vor einer Bundestagswahl so tollpatschig anstellen kann. Das ist für mich vergleichbar mit einem kleinen Kind, dem man sein Lieblingsspielzeug (im Osten (!!!) verlorene Bundestagswahl 2002) weggenommen hat, und nun bockig ist. Ein anderer Vergleich fällt mir da kaum noch ein.

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11. August 2005 08:03

Stoiber-Äußerungen

Roderich Tschuschke (dietger5)

Man sollte mit offenen Augen und Ohren durch Bayern
fahren und mit den Menschen in Bayern über ihr Land
und ihre Zukunftsperspektiven sprechen - und dann
z.B. in Sachsen-Anhalt die dortigen Äußerungen mit
denen der Bayern vergleichen - dann stellt sich schon
die Frage ... von welcher Stimmung wir besser regiert
würden.

R.Tschuschke Köln

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11. August 2005 06:46

Frustration und die verschiedenen Arten des Griffs

Frank Bach (Spindel)

Aus dem Wissen.de-Lexikon: <<[lateinisch, "Versagung" (S. Freud), "Vereitlung, Nichterfüllung"] das Enttäuschungs-, Misserfolgs-, Verzichtserlebnis aufgrund unbefriedigter oder nicht zu befriedigender Bedürfnisse, wobei die Hinderungsgründe sowohl in der Persönlichkeit des Frustrierten wie in seiner Umwelt liegen können. Eine der möglichen Reaktionen auf Frustration ist die Aggression.>>

Frustration ist eine innere Angelegenheit eines Menschen und kann demzufolge nur von innen bekämpft werden, in dem man seine emotionalen und materiellen Bedürfnisse in den Griff bekommt. Der Kunstgriff, dass die Schuld für meine Frustration beim anderen liegt, haben die Linken immer klug genutzt zur Legitimation des eleganten Griffs in seine Taschen. Es ist menschlich.

Frustrierte haben ihre Gefühle nicht im Griff. Ich möchte meine Zukunft nicht in die Hände von emotional unsicheren Kantonisten legen.

Frank Bach

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10. August 2005 23:22

...nicht von dieser Welt

Max Schub (Max_Schub)

Ich verstehe nicht, was Stoiber meint...warum sollten Frustierte, also Enttäuschte, ausgeschlossen werden ? Und vor allen Dingen: Welche Rolle soll es spielen, ob frustriert oder nicht ? Bei der (demokratischen) Wahl im September wird natürlich die Mehrheit entscheiden, und zwar völlig unabhängig davon, welche Attribute man Wählern/Wählergruppen zuschreibt. Ich finde die Bemerkung Stoibers wirklich äußerst befremdlich.

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