
Ich glaube nicht, dass der Papst all dies beruecksichtigt hat; es gibt einfach Zufaelle (oder "Zufaelle"), die interessant sind. Genauso wie der, dass Benedikt seinen Vortrag am 12. September gehalten hat - an dem Tag also, an dem 1683 der polnische Koenig Sobieski das tuerkische Heer am Kahlenberg bei Wien geschlagen und damit das Abendland vor einer Islamisierungswelle bewahrt hat...

Lieber Herr Kays Mutlu.
Na da haben Sie sich aber etwas zusammengezimmert. Das stellt ja Dan Brown und seinen Da Vinci in den Schatten.
Uebrigens: Lepanto heisst auch ein ausgezeichneter spanischer Brandy. Aber beim Geniessen desselben an die Tuerke zu denken ...

Andererseits, da er
auch ein Deutscher ist und höchstwahrscheinlich den Inhalt seiner Rede mit der Historie dieser Stadt in Einklang bringen wollte(wie ich diese `Stimmigkeit` von den Deutschen kenne),hat er alles, was er zu `botschaften` hatte,(so glaube ich) mit einer bestimmten Absicht gemacht. Da ich auch glaube, dass der Deutsche subtiler sein kann-wenn er wollte- als der Spanier: was hatte der Spanier gemacht?: Damals, als der türkische President Demirel
Spanien 1998 besuchte, hieß der wein, der der König ihm angeboten
hatte,`ÄLepanto`. Und Demirel trank den. Und dies war natürlich eine
Festschrift des Sieges und weiterer Siege über die Türken. Man kann sagen, Demirel hätte verweigern können das Wein bzw. den Alkohol getrunken zu haben(abgesehen davon, dass er nicht wusste, was lepanto hiess) aber wäre dies eine Lösung? Ich persöhnlich glaube nicht daran, da sein Alternative
`coca cola` wäre.

Liebe Menschen
Wie Sie wissen oder auch nicht wissen haben die Türken die Seeschlachtvor Lepanto(1571 ) verloren. Durch diesen Sieg des Westens wurde auch die Unbesiegbarkeit der Türken Geschichte.Bis dahin glaubte man, dass die Türken nicht zu besiegen sind. Nach der Meinung des türkischen Dichtes Ismet
Özel(Kays Mutlu:Ismet Özel, Ergon Verlag, 2004) brachte dieser Sieg über die Türken "dem Westler" das Selbstvertrauensgefühl, dass die Türken doch nicht unbesiegbar sind, oder die Befreiung von diesem Trauma, dass man sie nie
besiegen könnte. Unter diesem Aspekt wurde ich wegen der Papst Rede in Regensburg auf diese
Stadt(Regensburg) neugierig, und habe die Kronologie der Stadt unter die Lupe genommen: Es sammelte sich dreimal ein Kruezfahrerheer in Regensburg und bricht zu seinem Zug ins Heilige Land auf. Der Komandant des Sieges über die Türken 1571 in Seeschlacht vor Lepanto, Don Juan d^ÒAustria, stammt aus dieser
Stadt und in Deutschland hat er nur dort eine Statur.
Ich bin nicht ein Verehrer der Verschwörungstheorien und glaube auch diesem fast 80 jährigen Mann, dass er seine Worte bedauert hatl(ein papst kann/darf sich nicht entschuldigen!).

Da stellt sich doch die Frage, ob Christen und Moslems wirklich an denselben Gott glauben - wie es die Medien immer verlautbaren...

Moral muss uns nicht der katholische Papst beibringen. Wir haben unseren Koran und der ist Maßstab genug. Auch wenn sie ihn hin und herzerren wie es ihnen passt. Jesus ist ein Prophet wie sie richtig festgestellt haben in der muslimischen Welt und nicht Gottes Sohn, dass sagt uns allein der gesunde Menschenverstand. Wie soll es zwei bzw. mehr Gottheiten geben? Warum gibt es wohl keine 2 Päpste an der Spitze der katholischen Kirche usw...
Aber wie uns ein Koran-Vers schon lehrt:
"Ich diene nicht dem, dem ihr dient, und ihr dient nicht dem, dem ich diene.
Ihr habt eure Religion, und ich habe meine Religion."
MfG

Frau Lotz, verlassene Altaere sind nicht leer; sie werden von Daemonen bewohnt. Ich hoffe, Europa merkt es nicht zu spaet.

"Herr Kendzior, dass sie so wenig über den islam wissen und dennoch mitreden?"
Was macht Sie denn so sicher, Herr Evyapan...?
Es stimmt schon, dass die Propheten im Islam eine sehr wichtige Rolle spielen, auch Jesus. Aber das, was im Koran von ihm erzaehlt wird, stimmt nicht mit dem ueberein, was im Evangelium der Christen berichtet wird. Im Koran ist er weder am Kreuz gestorben, noch auferstanden; er ist nicht der Sohn, sondern ein Diener Gottes; er nennt Gott nicht "Vater" und hat keine Kirche gegruendet. Er hat nicht die Sendung des Heiligen Geistes versprochen, sondern das Kommen Mohammeds. Er hat auch die Steinigung nicht abgeschafft. Die Rolle des koranischen Jesus beschraenkt sich lediglich darauf, auf Mohammed als den wichtigsten Propheten hinzuweisen. Aus christlicher Sicht ist das keine Verehrung, sondern eine Umfunktionierung.
Das gleiche betrifft uebrigens Abraham.
MfG,
CK

Ich kann mir vorstellen, dass Herr Ertürk aus einem gewissen Frust heraus spricht, der durch einige negative Erfahrungen als inzwischen deutscher Staatbürger türkischer Herkunft geprägt ist.
Ich vermute auch, dass viele Christen sich persönlich angegriffen fühlen, wenn führende Moslems den Papst mit Hitler vergleichen und Morddrohungen ausstoßen.
Vielleicht sollten wir, Moslems wie Christen die eigentliche Botschaft der Regensburger Rede beherzigen und die Vernunft wieder stärker in unseren Umgang miteinander einbeziehen. Das heißt auch, dass wir uns nicht nur von gegenseitigen unüberlegten Hassgefühlen leiten lassen, sondern auch durch vernünftiges Abwägen. Manchmal ist es notwendig, auch seine eigene Haltung zu hinterfragen und neu zu überdenken.
Es wird Zeit, dass wir die Wogen wieder glätten!

@ Herr Ertürk
Herrn Luther als Papsthasser zu titulieren, will ich mal lieber dahingestellt lassen, da das wohl nicht sein prägendstes Merkmal war. Ich bin der festen Überzeugung, daß der Papst mehr über den muslimischen Glauben versteht als die meisten Moslems über den christlichen Glauben. Das ist in keinster Weise negativ gemeint.Aber der Papst ist mit Sicherheit sehr, sehr gut ausgebildet. Den meisten Christen würde ich ebenso absprechen, daß sie außerordentlich gut über den muslimischen Glauben wüßten. Die Worte waren etwas heikel, dass mag sein. Aber manchmal ist es auch so, daß einige Leute bewußt etwas Schlechtes heraushören wollen. Der türkische Politiker beispielsweise hat ja zugegeben, die komplette Rede gar nicht gelesen zu haben und hat dennoch direkt Zeter und Mordio geschrien.Wenn es bei Ihnen anders ist - umso besser. Dann haben Sie zumindest das Recht, die Rede zu kritisieren. Dennoch finde ich es deutlich beleidigender, Papstpuppen zu verbrennen als ein vielleicht fehlinterpretierbares Zitat zu verwenden und von dieser Meinung werden Sie mich auch mit den ausgefeiltesten Argumenten nicht abbrigen können.Die Verurteilung zum Tode eines zum Christen konvertierten afghanischen Moslems spricht auch eine eindeuti

Warum gibt es eigentlich diesen Streit zwischen den islamishen Religionsanhängern in diesem Forum und den christlichen? Wir sind uns doch einig darüber, dass dieses Zitat nichts damit zu tun hat, wie der Papst selbst über den Islam und die Moslems denkt, er hat wiederholt gesagt, dass er den Islam schätzt und hochachtet und seine Anhänger respektvoll behandeln möchte. Er streckt von sich aus seine Hand aus, korrigiert noch einmal seine Rede dahingehend, dass er nur eine schroffe, nein sogar eine "äußerst schroffe" Meinung wiedergibt, kritisiert in seiner Rede die Unvernunft der christlichen Welt und: stößt auf Hass und Unverständnis in der islamischen Welt.
Warum?
Wir sind uns auch einig, dass gegenseitiges Verständnis, friedvolles Aufeinanderzugehen ja sogar Nächstenliebe Voraussetzungen für unsere jeweils eigenen Religionen sind.
Warum also die gegenseitigen Anfeindungen?
...

Also ich bin sowohl gegen den Papst als auch die EU. Beides Institutionen mit Problemen.
Warum nimmt der Papst nicht endlich Stellung zur Empfängnisverhütung oder zu seiner Position in der damaligen südamerik. Befreiungstheologie, wo viele Priester, wegen seiner Ablehnung, von Diktatoren verfolgt wurden?
Stattdessen diese Ablenkung mit dem Islam, den er überhaupt nicht kennt (wie man jetzt feststellen durfte!) und wo er sich deshalb wie ein Elefant im Porzellanladen benommen hat.
Und was meine Kritik anbelangt: neben Martin Luther, dem Papsthasser, waren meine Worte ja richtige Schmeicheleien. Und trotzdem wird Luther heute von allen Deutschen (auch Katholiken) geehrt, als GROßER DEUTSCHER. Ich bin bescheiden, mir reichen auch nur 1 % von dieser Ehre. Dankeschön!

Herr.Kendzior
ich stimme dem herrn ertürk bis auf den letzten abschnitt vollkommen zu. ich habe es auch satt über eine rede zu diskutieren die nur provokative wirkung hatte. wenn der papst auf den wesentlichen zusammenhang von glaube und vernunft hatte hinweisen wollen hätte er zwecks der präkeren situation auch ein beispiel aus der abendländischen geschichte wählen können(wie die kreuzzüge in denen menschen zwangsbekehrt wurden, was sie in der geschichte des islam schwer finden werden). da ich den papst nicht beleidigen will gehe ich davon aus, dass seine worte bewusst und mit fingerspitzengefühl gewählt wurden.
Herr Kendzior, dass sie so wenig über den islam wissen und dennoch mitreden? Wir Muslime glauben im gegensatz zu euch christen an alle herabgesandten propheten, was Muhammed(s.a.s.) einschliesst. Zum Prophet Jesus(a.s.) müsst ihr uns nichts erzählen wir kennen ihn gut genug und befolgen seine Lehren. Des Weiteren haben wir Respekt vor den Propheten, wovon Sie sich in der christlichen Welt eine Scheibe abschneiden könnten!
MfG

Genau Herr Weiers! Nur die Anfuehrungszeichen koennten Sie weglassen. Europa ist nicht Kleinasien und umgekehrt.

Papst Benedikt XVI. setzt Zeichen der Verständigung. Trotz alledem gibt es an der Vorlesung des Papstes nichts zu Verändern. Oder ist es mehr eine Variante von: "Wie sag ich's meinem Kinde?" Erwachsen werden hat etwas mit Verantwortung übernehmen zu tun. Gilt das auch für Religionen? Eben den großen Religionen von denen der Papst spricht?

Zur Unfehlbarkeit
Ich besitze einen Ausdruck vom 19/19/2006 des Manuskripts der Papstrede mit der Fussnote "Anmerkung: Der Heilige Vater hat sich vorbehalten, diesen Text spaeter mit Anmerkungen versehen zu veroeffentlichen. Die vorliegende Fassung ist also als vorlaeufig zu betrachten."
Herr Ertuerk
Zeigt nicht die - zum groessten Teil unqualifizierte weil den tatsaechlichen Inhalt der Rede ausser Acht lassende und auf jeden Fall ueberzogene - Reaktion von Teilen der muslimischen Glaubens- oder andere Zwecke -gemeinschaften, wie wenig Unrecht der Kaiser Manuel (nicht der Papst) mit seinem Kommentar hatte ?

Also wenn Sie seinen Text gelesen haben u. ihn danach immer noch verteidigen, dann sind Sie auf einem Irrweg.
Und ob der Papst vor einer gebildeten Hörerschaft spricht oder vor einem stinknormalen Arbeiter: Er sollte IMMER die gleiche Meinung vertreten! Wir verurteilen ja auch NPD-Politiker oder Islam-Fanatiker, die vor der Kamera genau das Gegenteil sagen, was sie später im Bierzelt oder in der Moschee vor Kameraden äußern. Genau so etwas will ich vom Papst nicht hören.
Und von solchen Neu-Köllner Ausdrücken möchte ich mich ausdrücklich distanzieren. Warum stecken Sie mich in eine Schublade mit diesen Personen? Das zeigt mir, daß Sie auf eine friedliche Kritik überreagieren. Wenn der Papst sich für Frieden und den Respekt vor anderen Kulturen einsetzt, dann sollten Sie bitte schnell an ihn glauben.

Jetzt kommen Sie, typisch deutsch, mit der EU-Beitritts-Keule. Aber da habe Sie bei mir Pech gehabt. Ich bin nämlich gegen einen EU-Beitritt. Aber nicht aus Rücksicht auf Deutschland, sondern im Interesse der Türkei. Die Vorurteile, vor allem aus Deutschland, machen einen Beitritt zusätzlich schwer.
Ich bin für die friedliche Existenz aller Kulturen. Aber bei Ihnen, mit Ihren Vorurteilen, wäre ich mir da nicht so sicher. Wegen des Kommentares EINER PERSON gleich ein ganzes Land negativ darzustellen, muß das sein?
Habe auch keine Probleme mit dem christlichen Abendland. Aber Vorsicht: der Papst vertritt nur einen Teil dieser Gemeinschaft, die Katholiken. Und meine Kritik richtete sich nur gegen eine Person!
Und was ein Christ in der Türkei alles dürfte: Es gab mal einen türk. Schriftsteller (Linker u. Atheist), der öffentlich sagte, daß alle Türken dumm seien, weil sie kein Schweinefleisch essen würden. Meiner Meinung nach eine dumme u. provokante Bemerkung. Alles was ihm passierte war eine Negativ-Kampagne einiger Boulevard-Zeitungen. Ich möchte aber keine 100 % Garantie geben, da ich kein Jurist bin.
Aber ich würde keinem Moslem raten, in einigen deutschen Gebieten tagsüber einen Spaziergang zu machen.

Eine kurze Richtigstellung: Das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes ist nicht so alt, wie es scheint. Erst 1870 erklärte das I. Vatikanische Konzil den Papst für unfehlbar in Glaubensfragen. Nicht jede Äußerung des Pontifex wird daher als unfehlbar betrachtet, sondern nur das, was er offiziell als kirchliche Lehre definiert. Seither hat nur einmal ein Papst von diesem Recht Gebrauch gemacht, nämlich Pius XII. im Jahre 1950 bei der Dogmatisierung der sog. leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel. Glücklicherweise ist also nie versucht worden, mittels "unfehlbaren" Lehrentscheidungen andere Religionen abzuwerten.

Wäre die Rede des Papstes von ihnen aufmerksam gelesen worden (nach ihrem Kommentar muss ich davon ausgehen, dass dies in keinster Weise geschehen ist), würde sie es vielleicht selbst erkennen, so jedoch scheint es mir, als dass der "Irrweg seiner Gedanken" ein Irrweg ihrer Gedanken ist, zu dem gewisse Medien und Propagandamache ihren Beitrag geleistet haben. Meiner Meinung nach hat der Papst in einer gewissen Vorfreude (wie auch zu beginn der Rede erwähnt) wieder an einer Uni zu stehen vergessen, dass sein jetztiges Publikum nicht mehr nur ein gebildetes ist, dass sich in der Materie auskennt (z.B. Studenten), sondern eben auch die Medien die Blicke auf ihn richten. Die Rede des Papstes nutzte dieses Zitat nur zur Überleitung zum Thema, das ganz gewiss nicht Islam-Kritik hieß.
So bleibt mir nur der Eindruck einer TV-Befragung in Neu-Kölln mit jugendlichen Türken, die schimpften als gäbe es keinen morgen mehr, aber dann doch nur wussten, dass der Papst "was böses" gesagt hat.
Solch Verhalten wie das der Jugendlichen und auch das ihre kostet mich zwar kein Geld aber in einem gewissen grade Nerven.
Ich finde es schade, dass der Papst auf solche Stimmen eingeht und seine Rede ändert, aber es fehlen die intelligenten Zuhörer.

Dass der Papst, dessen Amt in der Geschichte lange Jahrhunderte mit dem Dogma der Unfehlbarkeit gekoppelt war, freimütig eigene Fehler eingesteht und den direkten Kontakt zu führenden Moslems aufgenommen hat, halte ich für bewundernswert. Es würde zu weit gehen zu verlangen, dass der Papst nun vor lauter Schuld - sinnbildlich gesprochen - "auf die Knie geht", wie immer wieder auch in diesem Forum gefordert.
Schade, dass sich kaum jemand die Mühe gemacht hat, die 30-minütige Rede ganz zu hören oder zu lesen. Dann wäre klar, dass es darin eigentlich um eine Kritik an der westlichen Welt geht, die Ermahnung, Vernunft und Glaube wieder zusammenzuführen: nicht alles machbare auch anzustreben, in der Wissenschaft den Blick auf die menschliche Ethik nicht zu verlieren, sprich: wieder "vernünftiger" zu handeln. Beispiele sind Gentechnik, Ausbeutung der Natur und sicher auch - so ungern wir uns das als sogenannte "aufgeklärte, freiheitliche Gesellschaft" anhören wollen - die Kindestötung durch Abtreibung.

Religionsfreiheit heißt auch Freiheit von der Religion.
Sonst kehrt die Menscheit in die zeiten vor der Aufklärung zurück...
Der polnische Papst wollte die französische Revolution nachträglich doch noch besiegen.
Was will der jetzige Papst ?

Die Reaktion des Lesers ist mir unbegreiflich. Man hat durchaus das Recht, sich der endlosen Diskussion um Papst und Islam entnervt abzuwenden.
Aber wenn er hier einseitig dem Papst die Schuld gibt, generell von jeglichem Besuch in einem muslimischen Land abrät und dann auch noch meint, im Namen eines ganzen Landes reden zu müssen ("Er hat uns nichts zu sagen!") macht er seinen Kommentar selbst überflüssig.
Wer den Dialog nicht will, soll sich nicht daran beteiligen - aber nicht diejenigen mit polemischem Unwissen verurteilen, die dies fördern und tun möchten.
Der Papst reist nicht als säkularer Politiker in die Türkei, sondern als Oberhaupt einer Religionsgemeinschaft. Wenn sich der Leser als "eigentlich nicht religiös" bezeichnet, frage ich mich, warum er dann meint, im Namen gläubiger Muslime in der Türkei sprechen zu müssen.

Ach, ich denke schon, dass der Papst den Moslems etwas zu sagen hat. Er koennte ihnen von Jesus Christus erzaehlen, von seiner befreienden Botschaft, von Gott dem Vater und seiner vergebenden Liebe...

Ich frage mich, was das ganze Theater noch soll. Was denkt sich der Papst eigentlich. Ob er jetzt ein paar Fußnoten einführt, oder hier u. dort das Komma noch etwas verschiebt: soll das etwa alles sein?
Nein, nein, er sollte sich entweder ganz von seinen Worten distanzieren, d.h. davon abschwören und als einen Irrweg seiner Gedanken bezeichnen, oder den Dialog der Religionen abbrechen. Wofür ich mich auch sehr stark engagiere, obwohl selber eigentlich nicht religiös.
Denn aus moslem. Sicht macht es keinen Sinn, wenn man den Dialog mit einer Religion aufnimmt, deren Vertreter einen aber nicht respektieren u. man in Deutschland sogar nicht als Religionsgemeinschaft annerkannt wird.
Das beste wäre, der Papst würde niemals in die Türkei oder ein anderes moslem. Land reisen. Er hat uns nichts zu sagen, nichts zu geben, aber er kostet viel Geld u. Nerven! Wir brauchen ihn nicht u. wir wollen ihn auch nicht, Basta! Warum fliegt er stattdessen nicht wieder in sein geliebtes Bayern?

Der Papst sollte es besser wissen: die Sure zum Zwang im Glauben geht noch weiter. Für Muslime bedeutet das sinngemäß: Niemand wird gezwungen, zum Islam überzutreten; allerdings steht auf Abfall vom Islam der Tod. Christen, Juden und wenigen anderen wird als "Buchreligionen" zwar eine Existenz als Menschen zweiter Klasse im islamischen Staat zugestanden, wenn sie eine Schutzsteuer zahlen, alle sonstigen Religionen - insbesondere die nachislamischen - werden hingegen geächtet.
Selbstverständlich gibt es im heutigen Islam unterschiedliche Auffassungen von Religionsfreiheit; der Dialog muss nicht unter vereinzelten Zitaten leiden! Dennoch verwundert es, dass der Papst hier den verbreiteten Fehler begeht, die Koranstelle aus dem Zusammenhang zu reißen und ihren weiteren Kontext unbeachtet zu lassen. Entweder man weiß es im Vatikan tatsächlich nicht besser - dann kennt der Papst den Islam zu schlecht, um mit Muslimen zu reden -, oder das neue Fehlzitat zeugt von blanker Panik.